Blog: Reisen


24.03.2022

Loch Ness, Touristenperspektive

Das hier ist das letzte (digitale) Landschaftsbild aus dem Schottlandurlaub, das geeignet ist, es der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Sonnenaufgänge an den letzten beiden Tagen waren leider hinter der hochnebelartigen Bewölkung nicht zu sehen, und auch tagsüber waren mehr Wolken als erwartet am Himmel. Für diese Aufnahme einer klassischen Aussicht auf Loch Ness war das aber kein Nachteil, die Wolken mit den durchbrechenden Sonnenstrahlen waren auf jeden Fall besser zu fotografieren als einfach nur grelles Mittags-Gegenlicht.

Wie gesagt, das letzte digitale Foto aus dem Urlaub, ein paar analoge kommen aber noch ...

Blick auf Loch Ness von Dores Beach


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23.03.2022

Drei-Löcher-Blick (Uath Lochans)

Den zweiten Sonnenaufgang in den Highlands wollte ich nutzen, um einen Aussichtspunkt mit Blick über drei Seen, genannt Uath Lochans, abzulichten. Die Luft war sehr dunstig, und als die Sonne endlich hinter den Bergen erschienen war, schob sich direkt eine Wolke davor, die einzige weit und breit. So habe ich kein vorzeigbares Bild vom Sonnenaufgang selbst, aber immerhin eins, das die Aussicht zeigt ...

Aussicht über Uath Lochans

... eins von einem Detail der Aussicht ...

Aussicht über Uath Lochans

... und zwei von unten am See, vor und nach Sonnenaufgang.

Uath Lochans

Uath Lochans


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22.03.2022

Loch Garten

Von Glasgow aus haben wir die Cairngorm Mountains angesteuert und vier Nächte in einer Unterkunft in einem Dorf namens Boat of Garten gebucht. Die Wettervorhersage sah sehr gut aus: vier sichtbare Sonnenaufgänge waren zu erwarten, perfekt für Landschaftsbilder an jedem Morgen. Es sollte leider anders kommen ...

Aber am ersten Morgen hat es noch ganz gut gepasst, und ich habe den nächstgelegenen See besucht, der den Namen Loch Garten trägt und einen schönen Blick auf die Berge bietet.

Loch Garten

Uferdetail am Loch Garten


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20.03.2022

Streets of Glasgow

Urlaub! Welche Zeit wäre besser zum Verreisen geeignet als der März, der schwierigste Monat für Landschaftsfotos hierzulande? Gut, auch in Schottland ist gerade Vorfrühling. Ehrlich gesagt wäre ich selbst nicht auf die Idee gekommen, zu dieser Zeit diese Reise zu machen, aber als meine Frau den Vorschlag machte, war ich gleich dafür.

Los ging es in Glasgow, der größten Stadt Schottlands ‐ allerdings nicht gerade der schönsten. Wenn man an einem Samstagabend dort ankommt, erlebt man die Stadt gleich von ihrer stressigsten Seite. Das Zentrum ist überall voll, laut und dreckig. Häuserschluchten ohne Grün mit vielbefahrenen Straßen, kaum ein verkehrsberuhigter Bereich in der ganzen Innenstadt.

Aber nach dem Samstagabend kommt immer ein Sonntagmorgen und damit das völlige Kontrastprogramm. Bei Sonnenaufgang sind die Straßen leer, und die Häuserblöcke wirken im Licht der Morgensonne beinahe freundlich. Man kann in dieser sonst so hektischen Innenstadt ganz in Ruhe spazierengehen und sich zum Fotografieren mitten auf die Straßen stellen. Nach diesen Aufnahmen war ich wieder versöhnt mit Glasgow.

St Vincent Street, Glasgow

Hope Street, Glasgow

West George Street, Glasgow

St Vincent Street, Glasgow

St Vincent Street, Glasgow


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01.10.2021

Klausenpass und Klöntalblick (und meine erste Milchstraße)

Mindestens ein weiterer Alpenausflug war dieses Jahr ja noch offen. Diesmal wollte ich abends beim Klausenpass Bilder machen, genauer gesagt von der Chammlialp aus, wo man die Dreitausender Chammliberg und Gross Schärhorn direkt vor sich hat, denen eine Kaltfront am Vortag Neuschnee gebracht hatte. Eigentlich hätte ich gerne das Licht der untergehenden Sonne auf diesen frisch gezuckerten Bergen eingefangen. Leider war ich verkehrsbedingt zu spät dran. Kurz vor der Klausenpasshöhe hatte ich das Licht, dass ich eigentlich gerne am Ziel gehabt hätte. Dieses Bild ist bei einem kurzen Halt direkt an der Straße entstanden.

Blick vom Klausenpass auf Chammliberg, Gross Schärhorn, Griessstock

Zur Chammlialp ist es von der Passhöhe eigentlich kein schwerer Anstieg, eher ein Spaziergang, aber der war dann doch länger als gedacht. Die Sonne sank währenddessen immer tiefer, nur wenige Gipfel waren noch angestrahlt, und die Zeit lief davon.

Kärpf im Abendlicht

Schließlich hat es gerade noch gereicht, um in letzter Minute den allerletzten Rest Abendlicht am Chammliberg einzufangen.

Chammlialp, Blick auf Chammliberg und Gross Schärhorn

Die Suche nach guten Fotostandorten konnte ich erst danach angehen.

Chammlialp, Blick auf Chammliberg, Gross Schärhorn, Griessstock

In Google Earth hat jemand ein Foto eingestellt, dass dort in der Nähe einen See zeigt. Hinterher habe ich herausgefunden, dass das eins der vielen falsch platzierten Fotos ist. Es gibt dort keinen See. Aber eine kleine Pfütze auf einem Felsen habe ich gefunden, die doch noch eine Spiegelung ermöglichte - mittlerweile bei fortgeschrittener Dämmerung.

Chammlialp, Blick auf Chammliberg, Gross Schärhorn, Griessstock

Da mir das erhoffte Abendlicht entgangen war, fasste ich den Entschluss, stattdessen auf ein Foto mit Sternenhimmel zu spekulieren, und blieb an derselben Stelle, bis es dunkel genug war. Dann durfte die Kamera wieder ran - bei Offenblende und ISO 12800. Auf den Bildern stellte ich dann zu meiner Überraschung fest, dass darauf die Milchstraße zu erkennen war, die ich mit bloßem Auge zunächst überhaupt nicht wahrgenommen hatte. 15 Jahre Landschaftsfotografie, nie ein Milchstraßenbild gemacht - und jetzt durch Zufall gleich so eins. Da war der Ärger über das verpasste Abendlicht vergessen.

Milchstraße über dem Gross Schärhorn

Anschließend begab ich mich in völliger Dunkelheit zurück zum Parkplatz und fuhr über Muotathal zum Pragelpass, der mir vom letzten Alpenausflug vertraut war. Nach einer Übernachtung im Auto auf der Passhöhe ging es ein Stück auf der anderen Seite bergab Richtung Klöntal. Der Blick über den Klöntalersee, über dem gerade in der Lücke zwischen den Bergen die Sonne aufgeht, stand ganz oben auf meiner Alpenmotivliste. Für den ursprünglich geplanten Standort Saaspass war es allerdings schon zu spät im Jahr. Dann ergab meine Google-Earth-Recherche allerdings, dass ein Berg mit dem klangvollen Namen Brüschbüchel gerade genau an der richtigen Stelle war.

Dabei handelt es sich um eine verhältnismäßig kleine Erhebung, die von lauter höheren Bergen umgeben ist. Sah ziemlich harmlos aus. Aber man unterschätzt die Höhenunterschiede in den Alpen leicht. Es war immer noch ein Höhenunterschied wie zwischen Hinterzarten und Feldberg zu bewältigen, und das vor Sonnenaufgang ‐ definitiv kein Spaziergang. Dass mein derzeitiges Fitnesslevel für mehr als 500 Höhenmeter am Stück in übermüdetem Zustand mit schwerem Fotorucksack nicht ausgelegt ist, hat es nicht gerade leichter gemacht. Abgekämpft auf dem Gipfel angekommen musste ich feststellen, dass zum einen der See weitgehend abgelassen war und zum anderen Kondensstreifen den Himmel trübten. Gestern hatte ich mit der Milchstraße wohl schon das verfügbare Glück für zwei Tage aufgebraucht.

Ein kondensstreifenfreier Blick in die andere Richtung ...

Blick zum Krönten im Morgenlicht

... und dann halt doch noch ungefähr die geplante Perspektive.

Klöntalblick vom Brüschbüchel

Danach habe ich, rudimentär regeneriert, noch ein paar zusätzliche Höhenmeter unter die Füße genommen und den benachbarten Chruter (oder Krauter) besucht. Dessen Gipfelplateau besteht aus weglosem Karstgelände, mit dem ich zuletzt auf der Silberen unangenehme Erfahrungen gemacht hatte. Der Chruter ist im Vergleich allerdings eher harmlos. Und er versprach eine Fernsicht über den Wägitalersee ins Mittelland, das im Idealfall von einem Nebelmeer bedeckt sein sollte. War es leider nicht. Und das Licht ließ einfach kein vernünftiges Bild zu. Also habe ich die Aussicht anderweitig genutzt und endlich ein neues Profilbild für meine Facebookseite gemacht. Anschließend dann noch ein Blick über die Karstlandschaft in die andere Richtung.

Auf dem Chruter

Und beim Rückweg noch ein Schnappschuss eines kleinen Sees mit Aussicht.

Kleiner See mit Blick Richtung Pragelpass

Insgesamt schon ein relativ zufriedenstellender Alpenausflug. Aber ich komme irgendwie nicht ganz damit klar, dass die ungeplanten Bilder (das erste direkt an der Straße und das mit der Milchstraße) mir mit Abstand am besten gefallen. Wozu habe ich denn die Anstrengung am Morgen auf mich genommen, wenn mit so wenig Aufwand noch bessere Bilder möglich sind? Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich muss dieses Jahr noch mal in die Alpen!


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15.08.2021

Wochenende im Muotathal: Silberen und Seenalp

Seit dem Italienurlaub verfügt mein Auto über eine Schweizer Vignette, und der Schwabe in mir besteht darauf, dass diese auch genutzt wird. ‐ Gut, um ehrlich zu sein, hätte ich wahrscheinlich sowieso noch irgendwann eine für dieses Jahr gekauft, jetzt, wo die Alpen endlich wieder etwas näher sind. Es muss ja nicht immer gleich Graubünden sein, bis Muotathal z. B. sind es von hier aus nur zweieinhalb Stunden Fahrt.

Das ist eine Gegend, wo die Alpen von hier aus gesehen gerade so richtig losgehen. Während die ersten prominenten Gipfel wie Pilatus, Rigi und Mythen völlig überlaufen sind, muss man nur ein bis zwei Bergketten weiter fahren, um vom Massentourismus nichts mehr zu bemerken. Dieses Wochenende habe ich mich also in Richtung Muotathal aufgemacht, wo ich schon eine ganze Liste von vielversprechenden Fotomotiven zusammengestellt habe. Das wird also wahrscheinlich nicht der letzte Ausflug dieses Jahres dorthin gewesen sein.

Der Samstagabend führte mich an den Westhang der Silberen mit ihrer für die Schweiz einzigartigen Karstlandschaft. Das dunstige Wetter hat mich nicht gestört, sondern eher noch zur Tiefenwirkung beigetragen. Unangenehm war dagegen die für die Höhenlage ungewöhnlich ausgeprägte Schwüle. Aber beim Betrachten dieser Bilder ist die schon fast wieder vergessen.

Abendstimmung am Westhang der Silberen

Abendstimmung am Westhang der Silberen

Karstlandschaft am Hang der Silberen

Abendstimmung am Westhang der Silberen

Nach einer Parkplatz-Übernachtung machte ich mich am frühen Morgen auf zum Seenalper Seeli, in dem sich die imposante Bergkette mit dem Chaiserstock als Hauptgipfel spiegeln sollte, während sie von der Morgensonne angestrahlt wird. Die Morgensonne hat getan, was sie sollte, auf die erhoffte Windstille für die Spiegelung hoffte ich allerdings vergeblich. Nach der Bewältigung von 500 Höhenmetern vor Sonnenaufgang habe ich aber überhaupt nicht eingesehen, dass ich auf die geplanten Bilder verzichten sollte, und eine windgeschützte Stelle gefunden, wo sich mit einer Perspektive direkt über der Wasseroberfläche doch noch eine Spiegelung einfangen ließ.

Seenalper Seeli

Seenalper Seeli

Seenalper Seeli

Seenalper Seeli

Zum Abschluss noch zwei Impressionen vom Rückweg zum Parkplatz, der bei meiner Rückkehr schon gut gefüllt war ‐ und trotzdem noch angenehm ruhig im Vergleich zum Trubel im Schwarzwald, der mich wenig später empfangen sollte. Das nächste Alpen-Wochenende ist hoffentlich nicht mehr weit ...

Landschaft auf der Seenalp

Landschaft auf der Seenalp


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09.07.2021

Endlich wieder Alpen (und Venedig)

Es war natürlich nicht meine Idee, im Sommer nach Italien zu fahren. Eigentlich hätten wir das sowieso gerne schon im April getan, aber da war die dritte Covid-Welle gerade richtig in Fahrt. Jetzt ist gerade ein Zeitfenster mit niedrigen Inzidenzen, bevor die Delta-Variante womöglich bald wieder alles kaputt macht.

Habe ich schon mal erwähnt, dass meine Frau und ich ziemlich unterschiedliche Vorstellungen haben, wie ein Urlaub auszusehen hat? Städte vs. Berge, Herumreisen vs. sich an einem schönen Ort niederlassen ... Deshalb haben wir auch kein Problem damit, getrennt zu verreisen. Diesmal haben wir es aber doch mal wieder geschafft, einen gemeinsamen Urlaub auf die Beine zu stellen, auf den wir beide gerne zurückblicken.

Berglandschaft zwischen Bernina und Livigno

Mein persönliches Urlaubshighlight war gleich am ersten Morgen eingeplant. Übernachtung in Livigno und morgens Berglandschaftsbilder. Wolken und Nebel haben dafür gesorgt, dass die Stimmung sogar noch schöner war als erhofft.

Berninablick vom Val dal Bügliet

Berninablick vom Val dal Bügliet

Berninablick vom Val dal Bügliet

Berglandschaft über dem Valposchiavo

Morgennebel unter dem Monte Vago

Venedig

Die nächsten beiden Nächte waren in Venedig gebucht. Auf dem Weg dorthin wollten wir nicht mehr als nötig auf mautpflichtigen Autobahnen fahren. Ob es mit den Spritkosten für das Gekurve durch die Alpen über mehrere Pässe am Ende tatsächlich billiger war, ist schwer zu sagen. Aber schöner war es auf jeden Fall. Die Route, die auf der Straßenkarte am geeignetsten aussah, führte u. a. über den Passo Gavia. Nach Julier-, Bernina- und Livigno-Pass dachte ich, jetzt bin ich ja daran gewöhnt, also kein Problem, fahre ich da mal eben auch noch drüber. Was uns dann tatsächlich erwartete, darauf hatte uns die Straßenkarte nicht vorbereitet. Es ging auf einer schmalen Straße so richtig ins Hochgebirge bis auf 2.621m Höhe (womit dieser Pass die zehnthöchste asphaltierte Straße in den Alpen ist).

Und danach wurde es erst richtig spannend. Bergab in Richtung Ponte di Legno ist die Straße über weite Strecken einspurig und nicht durch Leitplanken gesichert ‐ mit atemberaubender Aussicht und definitiv nicht geeignet für Menschen mit Höhenangst. Eine hochalpine Erfahrung, ohne dafür das Auto verlassen zu müssen. Einerseits anstrengend, aber zugleich für mich als Bergliebhaber ein echtes Highlight, an das ich lange zurückdenken werde ‐ spätere Rückkehr nicht ausgeschlossen. Ein Erinnerungsfoto habe ich gemacht ‐ wer einen richtigen Eindruck von der Straße bekommen möchte, sollte "Passo Gavia" auf Youtube suchen.

Passo Gavia

Venedig empfing uns mit eher untypischem Sommerwetter. Auf dem Weg zur Unterkunft hatten wir leichten bis mäßigen Regen, und als wir die Tür hinter uns zugemacht hatten, brach wenig später ein Gewitter los, das über die Hälfte der üblichen 70mm Juli-Niederschlag innerhalb von etwa einer Stunde fallen ließ. Auch danach regnete es zunächst noch recht kräftig weiter. Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt, an einem der extremsten Tourismus-Hotspots weltweit überhaupt Bilder zu machen, aber bei diesen besonderen Verhältnissen konnte ich dann doch nicht widerstehen. Ein Bild von diesem Motiv ohne Touristen, das bekommen die meisten Touristen nicht hin.

Venedig im Regen

Am nächsten Abend war die Aussicht vom Campanile di San Marco eingeplant, um die Stadt von oben zu bewundern. Gut, der eigentliche Grund war für mich ein spezielles Foto-Vorhaben, aber ob dieses wirklich gelungen ist, kann ich noch nicht sicher sagen, also verspreche ich besser noch nicht zu viel. Was aber zumindest herzeigbar ist, ist dieser Ausschnitt der Aussicht, auf herkömmliche Weise fotografiert. Zu sehen ist die Insel San Giorgio Maggiore.

Blick auf San Giorgio Maggiore

Gardasee

Eigentlich sollte uns der Weg danach noch weiter nach Süden führen, aber nachdem ich nach einem Tag und zwei Nächten Dauerschwitzen an meiner Belastungsgrenze angekommen war und uns die Vorhersage für unser geplantes nächstes Ziel 38°C androhen wollte, haben wir uns kurzfristig umentschieden. Es ging für zwei Nächte zum Gardasee, aber nicht direkt an den See, sondern ein paar hundert Meter darüber, wo die Temperaturen etwas erträglicher waren. In der Gegend sind wir noch einmal beide auf unsere Kosten gekommen, da sowohl die historische Stadt Verona als auch die Berghänge des Monte Baldo in der Nähe waren. Von beidem habe ich keine vorzeigbaren Fotos, aber dafür ein bisschen Abendlicht unten am See ...

Gardasee bei Sirmione

... und derselbe See von oben in der Dämmerung, aufgenommen direkt auf dem Hotelbalkon.

Gardaseeblick von San Zeno aus

Dann stand der Heimweg an, und das alte Auto hat tatsächlich auch die zweite Alpenüberquerung unbeschadet überstanden. Bevor eine Starkregenwetterlage am Abend und in der Nacht weite Teile der Schweiz und Süddeutschlands heimsuchte, konnte ich am Flüelapass noch diese Stimmung unter einer Wolkenlücke einfangen.

Landschaft am Flüelapass

Und nun hat das Auto eine Schweizer Autobahnvignette, die noch genutzt werden will. Hoffentlich reicht es noch für ein oder zwei Bergwochenenden dieses Jahr ...


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15.06.2020

Urlaub im Erzgebirge

Vor ein paar Monaten hätten wir noch nicht gedacht, dass wir ins Erzgebirge in den Urlaub fahren würden. Das Jahr 2020 hat uns wie so manche andere Leute zum Neuordnen unserer Urlaubspläne ermutigt. Der Tourismus innerhalb Deutschlands dürfte davon profitieren. Ob das auch für die Regionen gilt, die sonst weniger touristisch ausgerichtet sind, kann ich schwer einschätzen. Irgendein Politiker (ich glaube zumindest, das es ein Politiker war) soll ungefähr gesagt haben: "Die Leute fahren jetzt doch nicht nach Freiberg, um dort Urlaub zu machen". - Klar, viele Leute werden es nicht sein, die das machen. Aber wir wären auch nach Freiberg gefahren, wenn es dort eine gemütliche und preisgünstige Unterkunft mit Aussicht gegeben hätte. Nach einer gründlichen Suche in mehreren deutschen Mittelgebirgen fiel unsere Wahl dann auf ein Blockhaus bei Lengefeld im mittleren Erzgebirge.

Vorgesehen war ein fünftägiger Erholungsurlaub. Chillen, Spazieren und den einen oder anderen Ausflug machen, z. B. nach Altenberg, um zu schauen, ob dort alles noch so aussieht wie vor zehn Jahren. Und wie das so ist mit Fotografieren im Urlaub: Wenn ich vorhabe, viele schöne Fotos zu machen, dann mache ich nur ein paar wenige, wenn überhaupt. Wenn ich ausnahmsweise nur chillen will und keinerlei fotografische Ambitionen habe, dann läuft es gerade umgekehrt ...

Nach mehreren Regentagen vor unserer Ankunft deutete es sich an, dass es am ersten Urlaubsmorgen Nebel geben könnte. Wecker stellen oder nicht? Ich habe ein bisschen mit mir gerungen und dann beschlossen: Das ist ein Erholungsurlaub, ich schlafe aus. Daraufhin begab es sich, dass ich aus unerfindlichen Gründen um kurz nach vier aufwachte, aus dem Fenster schaute, sofort meinen Fotorucksack nahm, losfuhr, falsch abbog, schließlich im Industriegebiet von Marienberg landete, von dort aus einen Hügel mit Funkmast erblickte, diesen ansteuerte und zwischen Industriegebiet und Bundesstraße diese Aufnahmen machte.

Morgenstimmung bei Marienberg

Morgenstimmung bei Marienberg

Marienberg, Kirche im Frühnebel

Morgenstimmung bei Marienberg

Morgenstimmung bei Marienberg

Da auch Marienberg von Straßensperrungen betroffen war (da fühlt man sich ja wie zu Hause), konnte ich auf dem Rückweg nicht die vorgesehene Route nehmen und landete dadurch auf einer Nebenstraße mit dieser Aussicht auf die frühsommerliche Inversion - auch bei etwas härterem Licht eine Weile nach Sonnenaufgang noch sehenswert. Kein Autofahrer, der dort vorbeikam, konnte einfach weiterfahren. Es haben alle angehalten und Fotos gemacht. Ausnahmslos.

Blick zum Pöhlberg

Blick auf Mildenau und den Pöhlberg

Morgendliche Inversion im Frühsommer

Morgendliche Inversion im Frühsommer

Nach der Rückfahrt bot sich dieser Ausblick von der Ferienhausterrasse:

Morgennebel über Lengefeld

Und damit war mein fotografischer Ehrgeiz doch wieder geweckt. Diesmal habe ich tatsächlich den Wecker für den folgenden Morgen gestellt. Eine gute Entscheidung. Eine Inversionslage wie am Vortag gab es nicht, dafür schönen Talnebel bei Pockau.

Sonnenaufgang über dem Flöhatal

Morgenstimmung über dem Flöhatal

Sonnenaufgang über dem Flöhatal

Morgenstimmung bei Pockau

Für den nächsten Tag war viel Wetteraktivität angekündigt: reichlich Regen und Gewitter. Die Vorhersage lag nicht ganz falsch: etwa 20mm Niederschlag gab es an diesem Sonntag. Mir ist das ja deutlich lieber als Hitze ... Und das Potential für einen spektakulären Sonnenaufgang, bevor die Konvektion loslegte, war auch vorhanden - wurde aber diesmal nicht ausgeschöpft. Man kann nicht immer Glück haben. War trotzdem ganz nett.

Blick von der Annahöhe bei Sorgau

Was die reichlichen Niederschläge für den folgenden Morgen bedeuteten, war natürlich klar: Nebel! Also wurde der Wecker erneut gestellt. Und der frühmorgendliche Blick aus dem Fenster bestätigte meine Hoffnungen. Allerdings war es diesmal nicht so einfach wie am ersten Morgen. Es war keine Inversion mit fester Obergrenze. Der Nebel hatte sich überall über die Hügel gelegt, es gab keine Möglichkeit, in der näheren Umgebung darüber zu kommen. Bei Ansprung hatte ich klaren Himmel über mir und dachte, es könnte was werden mit den Nebelstimmungen.

Morgennebel bei Ansprung

Doch der Nebel setzte sich bis zum Sonnenaufgang auch dort durch. Bis dahin ein eher enttäschender Verlauf des morgendlichen Ausflugs ...

Aufziehender Nebel

Doch ich wollte mich noch nicht ganz geschlagen geben und fuhr in Richtung Rübenau, um noch etwas höher zu kommen. Das Problem ist: man kommt auf dieser Straße zwar auf gut 800m Höhe, aber hat nur Wald um sich herum, keine Aussicht. Obwohl - ist das wirklich ein Problem? Am Ende erwies es sich als Glücksfall. Das letzte Bild aus dem Urlaub ist das, das mir am besten gefällt.

Frühnebel und Morgenlicht im Wald

Und sonst so?

In Altenberg und Zinnwald sieht immer noch alles fast genauso aus wie damals vor zehn Jahren. Und nachdem ich einmal die Strecke Altenberg - Rehefeld- Moldava - Nové Město mit dem Auto abgefahren bin, die ich damals wie selbstverständlich im tiefsten Winter mit dem Fahrrad bewältigt hatte, bin ich echt beeindruckt, was ich früher alles auf mich genommen habe, um ohne Auto an meine Bilder zu kommen. Unglaublich, wie faul man wird, sobald man es sich leisten kann ...


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18.10.2018

Alpine Abendstimmung auf dem Widderstein

Ein Ausflug in die Allgäuer Alpen, eigentlich nicht zum Fotografieren. Ich wollte nur Berge sehen, weil Berge für mich das beste Mittel sind, mit einer weitgehend unerträglichen Gesamtsituation klarzukommen. Als letzter Gipfelbezwinger des Tages auf dem Großen Widderstein konnte ich mir Zeit nehmen, um ausgiebig die Aussicht zu genießen.

Blick vom Großen Widderstein über Warth

Blick vom Großen Widderstein nach Südwesten

Blick vom Großen Widderstein nach Süden

Blick vom Großen Widderstein nach Süden

Blick vom Großen Widderstein über das Kleinwalsertal

Großer Widderstein, Gipfel

Es gab sogar etwas Schnee zu sehen, womit ich angesichts der anhaltenden Trockenheit und Wärme nicht gerechnet hätte.

Großer Widderstein, Gipfel

Auf dem Rückweg nach unten: Abstecher auf den südwestlichen Nebengipfel, wo sich eine vielversprechende Abendstimmung andeutete.

Großer Widderstein, Aussicht vom südwestlichen Nebengipfel

Großer Widderstein, Aussicht vom südwestlichen Nebengipfel

Großer Widderstein, Aussicht vom südwestlichen Nebengipfel

Der Normalweg verläuft durch eine steile Rinne mit eingeschränkter Aussicht. Dort sah ich die gegenüberliegende Felswand auf einmal tiefrot leuchten. Gerade noch rechtzeitig erreichte ich einen Felsvorsprung, der ein bisschen Aussicht ermöglichte.

Sonnenuntergang am Großen Widderstein

Und dann begann der Himmel zu glühen. Ich hatte noch etwa 600 Höhenmeter im Abstieg zum Hochtannbergpass vor mir und keine Lampe dabei, aber das war mir in diesem Moment so egal wie die erwähnte Gesamtsituation. So sehen die Momente aus, für die es sich zu leben lohnt.

Abendrot unter dem Großen Widderstein

Abendrot unter dem Großen Widderstein

Abendrot unter dem Großen Widderstein

Abendrot unter dem Großen Widderstein


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06.07.2018

Fotourlaub im Riedingtal

Seit Jahren angestrebt, jetzt endlich umgesetzt: Ein gemeinsamer Fotourlaub in den Alpen mit Felix und Stefan. Seit vielen Jahren Stammbesetzung des Chats bei natur-portrait.de und später dann alfoco.de, kreisen unsere Themen meist um das aktuelle Wetter zum einen und Foto-Traumziele (die überwiegend in den Alpen liegen) zum anderen. Aber einen gemeinsamen Urlaub zu organisieren ist nicht ganz einfach, wenn sich die Wohnorte auf Marburg, die Ulmer Alb und den Wienerwald verteilen.

Schließlich standen Ziel und Termin fest: Die Königalm im Riedingtal im Lungau im südlichen Salzburg Anfang Juli. Das vorhergesagte Wetter war wechselhaft und schwülwarm, wobei letzteres auf über 1600m Höhe gut auszuhalten war. Bei so einer Wetterlage sind allerdings aktuelle Wetterprognosen sehr wichtig für die Planung von Fotoaausflügen. Und im oberen Teil des Tales, wo die Königalm liegt, hat man bisher keinen Mobilfunkempfang und dadurch natürlich keinen Internetzugang. Weiter unten am Schlierersee ließ sich eine instabile Verbindung herstellen, gerade gut genug, um die Wettermodelle abzurufen. Was für uns bedeutete, dass wir mindestens einmal am Tag "zum Surfen an den See" fahren mussten.

Am ersten Tag erkundeten wir das Tal oberhalb unserer Unterkunft und bekamen abends sogar noch eine ganz nette Stimmung zu sehen.

Im hinteren Riedingtal

Für den nächsten Tag war ein klarer Morgen angekündigt. Den wollten wir am See zum Fotografieren nutzen. Dort erwartete uns allerdings tiefe Bewölkung ohne Lücken, die alle Gipfel in der Umgebung verschluckt hatte. Eine recht frustrierende Angelegenheit. Aber da wir schon am See waren, wo man surfen konnte, schauten wir uns die Webcams in der Umgebung an: Oberhalb 2000m war es tatsächlich klar. Mit Nebelmeer.

Während Felix und Stefan generell gerne Wälder im Nebel fotografieren, mag ich Nebel bekanntlich vor allem von oben. So zogen wir nach der Rückfahrt zur Königalm direkt wieder los, bergauf in die Nebeldecke. Dabei ließen die beiden es verhältnismäßig gemütlich angehen, während ich mich in größter Eile den Berg hinaufquälte, um über die Inversionsschicht zu gelangen. Was mir dann tatsächlich gelungen ist. Aber so ein spontaner, hektischer Aufstieg von über 500 Höhenmetern - so etwas Anstrengendes mache ich nur im Urlaub. Chillen und Nichtstun kann man schließlich auch daheim, wo es keine Berge gibt.

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebel über dem Riedingtal

Nebelbogen

Der folgende Tag brachte erstmals eins der angekündigten Gewitter. Kein guter Tag für große Wanderungen, aber für Bergwetterstimmungen. Auch wenn es nur zu einem Bild gereicht hat.

Bei der Zauneralm im Riedingtal

Am nächsten Morgen ging es wieder an den See. Die Wolken schienen mir einiges an Morgenrot-Potential zu haben, so dass ich mir einen Standort mit entsprechender Blickrichtung suchte. Das war offensichtlich eine gute Entscheidung.

Dämmerung am Schlierersee

Morgenrot am Schlierersee

Als das Farbspektakel sich dem Ende näherte, nahm ich die Riedingspitze ins Visier, diesen markanten Gipfel mit dem klassischen "Wächter des Tales"-Charakter, den ich unbedingt noch besteigen wollte. Leider hatte ich für diese Bilder dann kein besonders interessantes Licht mehr.

Blick zur Riedingspitze vom Schlierersee

Blick zur Riedingspitze vom Schlierersee

Nachmittags zogen erneut Gewitter auf. Als sich das Wetter abends beruhigte, stieg ich in der Hoffnung auf abendliches Aufklaren auf der Nordseite des Tales bergauf. Da gibt es ein paar Felsvorsprünge, die als Aussichtspunkte sehr vielversprechend aussahen. Viel Zeit hatte ich nicht, deshalb versuchte ich es auf direktem Weg. Von unten sah das ganz gut machbar aus. Nun ja. Ich habe wohl eine Neigung dazu, scheinbar einfache Routen abseits der Wanderwege zu suchen und mich darin so lange zu verrennen, bis es richtig unangenehm wird - davon zeugt u. a. mein durchgeknallter Direktaufstieg zum Kybfelsen bei Freiburg. Während man im Schwarzwald meistens trotzdem irgendwann wieder auf einen Weg stößt, kommt man in den Alpen eher an einen Punkt, wo Umkehren nötig ist, bevor man irgendwo landet, wo es weder vor noch zurück geht. Vernünftig genug, in so einem Fall rechtzeitig umzukehren, bin ich ja immerhin. Aber meine erhofften Bilder habe ich nicht bekommen. Es reichte nur für Teleaufnahmen, die ich genauso gut von Tal aus hätte machen können ...

Blick zum Mosermandl

Das alles wäre nicht so schlimm gewesen, wäre nicht der nächste Tag der letzte unseres Urlaubs gewesen und damit die letzte Gelegenheit, die Riedingspitze zu besteigen. Das hohe, nasse Steilgras hatte meine Schuhe durchnässt. Bis nachts um halb drei - meiner Startzeit für die Gipfelbesteigung - waren die unmöglich trocken zu bekommen. Letztendlich war das aber fast egal, weil ich auf dem Weg auf den Berg ebenfalls nasses Gras zu durchqueren hatte.

Einen ausführlichen Bericht über die Besteigung der Riedingspitze mit zusätzlichen Bildern habe ich bei hikr veröffentlicht. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Bilder vom Gipfel bei Sonnenaufgang.

Blick von der Riedingspitze nach Süden

Sonnenaufgang auf der Riedingspitze

Blick von der Riedingspitze nach Süden

Sonnenaufgang auf der Riedingspitze

Sonnenaufgang auf der Riedingspitze

Blick über das Riedingtal von der Riedingspitze

Sonnenaufgang auf der Riedingspitze

Sonnenaufgang auf der Riedingspitze

Manche Menschen fotografieren ja gerne sich selbst auf Berggipfeln, um zu zeigen, dass sie da waren. Ich weiß auch nicht warum. Alles andere ist in so einem Moment als Fotomotiv doch interessanter als irgendein Mensch vor dem Gipfelkreuz. Trotzdem gibt es ein Bild von mir auf dem Berg, aufgenommen von Felix beim Schlierersee. Ich bin ein wenige Pixel hoher schwarzer Strich auf dem Gipfel.



Wer weiß: Wenn im Herbst tatsächlich das Mobilfunknetz ausgebaut wird bis ins hintere Riedingtal, dann waren wir möglicherweise nicht zum letzten Mal dort ...


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