09.09.2020

Schluchseeblick (dem Namen nach)

Wer hätte gedacht, dass sich gleich nach dem Umzug im September die Gelegenheit ergeben würde, die klimatischen Vorzüge des Hochschwarzwaldes richtig auszukosten. Der Sommer will noch nicht aufgeben und bringt nochmals eine Reihe von Hitzetagen im Tiefland, während man auf der Höhe die angenehme Spätsommerwärme genießen kann, in Kombination mit den frischen Nächten, die in der Hochtallage von Hinterzarten zuverlässig einstellige Tiefsttemperaturen bringen.

Was diese frischen Temperaturen außerdem mit sich bringen, ist morgendlicher Nebel. Nicht nur in Hinterzarten, sondern auch in den anderen Hochschwarzwaldtälern, vor allem aber an den Seen. So war an diesem Morgen auch der Schluchsee richtig schön eingenebelt. Unzählige Male war ich schon am Schluchsee gewesen, aber hatte dabei noch längst nicht alle möglichen Perspektiven abgelichtet, wie z. B. den Blick von den Hängen nordwestlich von Aha. Dort gibt es etwas weiter oben auch eine Kuppe, die anscheinend den Namen "Schluchseeblick" trägt (was etwas irreführend ist).

Bei diesem morgendlichen Spaziergang ist mir aufgefallen, wie sich meine Einstellung beim Fotografieren über die Jahre hinweg gewandelt hat. Ein paar repräsentative Gedanken:

  • 2008, Erzgebirge:: "Das ist so schön, das muss ich ablichten! Am besten als Panorama aus 9 Hochformatbildern nebeneinander, damit wirklich alles drauf ist."
  • 2012, Südschwarzwald: "Mist, das Licht ist nicht so, wie ich es wollte, und der Bildaufbau klappt auch nicht recht. Aber ich brauche ein Bild! Ein repräsentatives, das sich kommerziell verwerten lässt. Das muss doch irgendwie gehen!"
  • 2016, Schwäbische Alb: "Soll ich endlich wieder fotografieren gehen? Aber ich habe dieses Übungsblatt noch nicht bearbeitet. Scheiß Prüfungsvorleistung. Scheiß Studium. Ach, macht doch eh alles keinen Sinn."
  • 2019, Nordschwarzwald: "So ein Glück, dass das Wetter so ist wie erhofft. Wenn ich schon so weit fahren muss bis zur Hornisgrinde, dann muss sich das auch lohnen."
  • 2020, Südschwarzwald: "Ist das schön hier. Das Morgenlicht, der Nebel über dem See. Irgendwie will das mit dem Bildaufbau nicht klappen, die Bäume sind im Weg. Aber egal. Ich darf hier Bilder machen, ich muss nicht. Selbst wenn ich ohne Fotos heimkomme: Für das Naturerlebnis hat es sich gelohnt."
Am Ende habe ich dann doch noch Fotos mitgenommen. Auf dem Hügel, der sich "Schluchseeblick" nennt, auf dem aber ein Wald den Blick zum Schluchsee versperrt, kann man auf der anderen Seite zwischen den Bäumen über den Windgfällweiher (ebenfalls im Nebel) blicken.

Blick über den Windgfällweiher (im Nebel)

Am Kapellenkopf

Und ein Detail der Aussicht über den Schluchseenebel hat sich auf dem Rückweg dann auch noch angeboten.

Morgennebel über dem Schluchsee


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