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31.12.2020

2020 - der krönende Abschluss

Seit Weihnachten hat sich die Schneelage im Hochschwarzwald noch deutlich verbessert. Es sind perfekte Wintersportverhältnisse, die den Vorhersagen zufolge noch mindestens eine Woche anhalten sollen. Solche stabilen Winter-Wetterlagen sind in Zeiten des Klimawandels auch auf den Schwarzwaldhöhen selten geworden. Und dann auch noch zur absoluten Hauptsaison in den Weihnachtsferien ‐ ein absoluter Glücksfall für Skiliftbetreiber. Normalerweise. Der Weg zu meinem Aussichtspunkt auf einer unpräparierten Piste entlang eines stillstehenden Skilifts hatte etwas Deprimierendes, obwohl ich eigentlich überhaupt nichts von Wintersport halte. Für die Tourismusbranche in meiner Wahlheimat muss diese Wetterlage wie Hohn wirken ‐ gerade im Hinblick auf die Skigebiete in Österreich und der Schweiz, wo sich die Menschenmassen vor den Liften drängen. Das Erfolgsmodell Ischgl aus dem vergangenen März zur Pandemieförderung muss unbedingt fortgeführt werden, bevor ihm die Impfungen den Garaus machen.

Ja, ich verstehe, warum so viele dieses zu Ende gehende Jahr als das schlimmste seit Ewigkeiten ansehen. Und ich habe fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich erzähle, dass es für mich das beste seit Ewigkeiten war. Wäre es so verlaufen wie ursprünglich geplant, würden wir jetzt noch im schneefreien Heckengäu wohnen, ich würde regelmäßig morgens nach Stuttgart fahren und ab und zu einen Homeoffice-Tag einlegen, um morgens eineinhalb Stunden zur Hornisgrinde zu fahren und ein bisschen Schnee zu sehen. Dass bis Jahresende das Unternehmen auf Homeoffice als Standard umstellen und ich wieder im Südschwarzwald wohnen würde, das hatte ich nicht zu hoffen gewagt. Auch sonst hat sich alles so perfekt gefügt, dass ich es kaum glauben kann. Vor ein paar Jahren war es noch mein Ritual, mich am Silvesterabend dezent zu besaufen, am Neujahrsmorgen den Sonnenaufgang zu begrüßen, das beschissene Jahr hinter mir zu lassen und zu hoffen, dass das neue erträglicher wird. Diesmal habe ich stattdessen am Silvestermorgen dem alten Jahr noch einmal die Ehre erwiesen. Danke für alles, ich hoffe, dein Nachfolger wird genauso gut. Also für mich. Und deutlich besser für alle anderen.

Hier die Bilder vom letzten Stimmungs-Highlight des Jahres: Sonnenaufgang unter einem fast vollständig bedeckten Himmel, leuchtendes Morgenrot, schon beinahe surreal schöne Kontraste und am Ende sogar ein paar Schneeflocken im Sonnenlicht.

Morgenrot über dem Langenordnachtal

Morgenrot über dem Langenordnachtal

Waldrand im Morgenlicht

Sonnenaufgang über dem Langenordnachtal

Waldrand im Morgenlicht

Sonnenaufgang über dem Langenordnachtal


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27.12.2020

Hinterzartener Hinterland im Morgenrot

Der Hinterzartener Ortsteil Am Feldberg liegt weit genug entfernt vom nächsten Parkplatz, um auch nach zwei Feiertagen, an denen der Hochschwarzwald völlig überlaufen war, noch relativ unberührte Winterlandschaften zu bieten. Immer wieder, wenn ich an solche Orte komme, denke ich mir: Ach, das wäre doch eine traumhafte Wohnlage, hoch oben, idyllisch und weitgehend ungestört von allem, was sonst so auf der Welt passiert. Und dann denke ich: Was macht man da, wenn das Auto kaputt geht? Leben wie vor hundert Jahren, erst mal eineinhalb Stunden zum Bahnhof latschen, wenn man irgendwo hin will, und zurück noch länger, weil es bergauf geht. Vielleicht doch lieber nicht ...

Aber zum Fotografieren ist es trotzdem schön, vor allem in Verbindung mit so einem Morgenrot.

Waldhäusle (Hof bei Hinterzarten)

Morgenstimmung, Landratshütte bei Hinterzarten

Morgenstimmung, Landratshütte bei Hinterzarten

Morgenstimmung, Landratshütte bei Hinterzarten

Winterlandschaft im Morgenlicht

Häuslebauernhof


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26.12.2020

Auf dem Holzweg

Ganz schön riskant, dem Feldberg mit seinen neuen Parkscheinautomaten ausgerechnet heute noch mal eine Chance zu geben. An einem Feiertag, an dem die Schwarzwaldhöhen vollkommen überlaufen sind. Doch ich hatte tatsächlich Glück und habe eine kostenlose Parkmöglichkeit gefunden, die wohl kurz zuvor ein wegfahrender Ausflügler frei gemacht hatte.

Vom Feldberg selbst habe ich mich trotzdem ferngehalten und stattdessen einen Waldweg genommen, der laut Schild nach 600 Metern enden sollte ‐ was er in Wirklichkeit nicht tut, aber das wissen die meisten Leute ja nicht. Was sie auch nicht wissen: Von diesem Weg zweigt noch ein anderer Weg ab. Und der endet tatsächlich nach ein paar hundert Metern. Ein klassischer Holzweg. Die Redensart "auf dem Holzweg sein" kommt bekanntlich daher, dass solche Wege zur Holzabfuhr angelegt wurden und irgendwo mitten im Wald enden, so dass man sich als Wanderer eingestehen muss, dass man den falschen Weg genommen hat. Es sei denn, man will genau dorthin. Zum Beispiel, weil es dort eine eindrucksvolle Aussicht gibt.

Die gibt es nebenbei noch nicht lange. Die Aufnahmen in Google Earth von dieser Stelle sind aus dem Herbst 2018, und damals stand dort noch dichter Wald. Mittlerweile wurde einiges davon abgeholzt, so dass man einen freien Panoramablick über das Seebachtal hat. Und wenn genug Schnee liegt, sieht es auch nicht mehr so sehr nach zerstörtem Wald aus, sondern macht einen recht idyllischen Eindruck.

Hochkopf-Aussicht beim Feldberg

Hochkopf-Aussicht beim Feldberg

Blick auf Titisee und Hochfirst


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26.12.2020

Feiertagsspaziergang

Es gibt Tage, da kann man seine Anti-Mainstream-Haltung auch mal beiseite legen und das tun, was alle tun. Also wirklich alle. Zumindest meinem subjektiven Eindruck nach gab es heute in ganz Südbaden niemanden, der nicht in den Hochschwarzwald gefahren ist, um dort spazieren zu gehen. Immerhin war unser Spaziergang in der Hinsicht nicht ganz Mainstream, dass wir nicht erst aus dem schneefreien Oberrheingraben herfahren mussten. Und Selfies haben wir auch keine gemacht. Aber einmal musste ich doch kurz anhalten und die Kamera herausholen.

Birkleshäusle zwischen Hinterzarten und Breitnau


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25.12.2020

Weihnachtsgrüße aus Hinterzarten

Ich glaube, das ist mein erstes Weihnachtsfoto überhaupt in diesem Blog. Zwischen dem 23. und 27. Dezember war bisher jedes Jahr eine Lücke. Aber es ist auch das erste Weihnachtsfest, das ich nicht bei der Familie verbringe.

Dass die Worte "Fasset Mut" an der Kirchenwand auf dem Bild zu erkennen sind, ist Zufall ‐ aber ich finde es durchaus passend im Hinblick auf das kommende Jahr.

Weihnachtsstimmung in Hinterzarten


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23.12.2020

Weihnachtsgrüße aus Freiburg

Kaum zu glauben, dass im Schwarzwald weiße Weihnachten vorhergesagt sind. Dieses Bild aus Freiburg ist einen Tag vor Heiligabend bei +14 Grad entstanden. Wie Dezember hat sich das nicht angefühlt. Und auch nicht wirklich wie Vorweihnachtszeit ‐ mit so wenigen Menschen und geschlossenen Geschäften. Es war eine eigenartige Stimmung. Einerseits angenehm, so eine schöne Ecke der Altstadt am frühen Abend ohne Menschen ablichten zu können, andererseits bedrückend, zu wissen, dass dieses Foto am späteren Abend nicht mehr legal gewesen wäre ...

Freiburg, Konviktstraße zur Weihnachtszeit


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20.12.2020

Die Herausforderung eines harmonischen Bildaufbaus

Als ich in der Landschaftsfotografie noch Anfänger war, dachte ich: Man braucht nur einen schönen Ort und dann noch eine schöne Stimmung dazu, und schon kann man schöne Bilder machen.

Ein naheliegender Gedanke, zugegeben. Und auch nach mehr als einem Jahrzehnt falle ich noch manchmal darauf herein. Aber so einfach ist es leider nicht immer. Im vergangenen Herbst durfte ich diese Erfahrung erneut machen ‐ an einem Ort, der immerhin noch als Musterbeispiel für das Problem herhalten kann, ein Landschaftsbild stimmig zu gestalten.

Ich war zuvor noch nie an dem Ort gewesen, aber wusste, dass es sich um eine exponierte Kuppe handelt, von der man eine gute Sicht auf die Alpen hat. Dazu eine Inversionswetterlage mit Nebelmeer bei Sonnenaufgang ‐ was konnte da noch schiefgehen? (mehr ...)


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19.12.2020

Mittags im Wald

Wenn schon gerade kein Winter ist, dann genießt man eben das Frühlingswetter und geht wandern. Nach den Erfahrungen der letzten Wochen habe ich diesmal besonderen Wert darauf gelegt, die Hotspots zu meiden und eine möglichst einsame Gegend zu erkunden. Das Mauchachtal nordöstlich von Löffingen hat sich als richtige Wahl erwiesen. Dort war ich fast auf der gesamten Strecke völlig allein. Die Wanderwege dort werden wohl generell selten begangen ‐ zu Unrecht, denn das Tal hat mich positiv überrascht. Idyllisch, abwechslungsreich und mit einigen fotogenen Stellen.

Diese habe ich mit Fotos dokumentiert, um mich bei besseren Verhältnissen daran zu erinnern, sie erneut zu besuchen. Denn heute waren die Verhältnisse natürlich denkbar ungünstig: eine matschig-kahle Winterlandschaft mit Altschneeresten.

Und trotzdem ist eine Aufnahme dabei, die einigermaßen geeignet ist, sie hier zu zeigen. So ein Lichteinfall zur Mittagszeit, dafür können die kürzesten Tage des Jahres durchaus gut sein.

Lichteinfall im Wald

Nachtrag: Dieses Bild gefällt mir sogar noch etwas besser, ist allerdings nicht mehr im Mauchachtal, sondern kurz hinter der Mündung in die Gauchach.

Wald-Idylle an der Gauchach


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13.12.2020

Das war's, Feldberg.

In letzter Zeit war ich oft auf dem Feldberg. Das lag meistens daran, dass es keine Alternative gab, weil nur der Feldberg hoch genug war, um über den Hochnebel zu schauen. Es ist schon ein Luxus, einen Feldberg zu haben. Im Nordschwarzwald hätte ich in den letzten Wochen kaum Fotogelegenheiten gehabt, weil dort kein Berg die ausreichende Höhe hat.

Heute wäre es dort auch schwierig geworden. Bis 1200m Höhe hat sich das Tauwetter durchgesetzt. Aber der Feldberg lag noch darüber. Also habe ich ihm einen erneuten Besuch abgestattet.

Und traute meinen Augen nicht.

Parkscheinautomaten! Überall entlang der Passhöhe. 2 € pro Stunde, und das ist der Mindestbetrag. 10 € pro Tag. Haben die den Arsch offen? Und die Parkplätze waren trotzdem voll belegt.

Mein nachfolgender Gedankengang lautete ungefähr: Das war's, der Feldberg sieht mich so schnell nicht wieder. Oder vielleicht doch, aber nur noch von Rinken aus. Vielleicht schaffe ich auch irgendwann ein E-Bike an. Bekommt man ja ab etwa 2000 €. 200 Tagesausflüge zum Feldberg, und die Investition ist wieder drin. Aber jetzt können die mich erst mal kreuzweise. Ich brauche die Fotos nicht, ich fahre direkt wieder heim ...

... Moment. Nein. Das geht nicht. Ich muss mich im Blog darüber empören. Und ich kann doch keinen Blogbeitrag veröffentlichen ohne Bilder.


Und so habe ich schließlich mein Auto weiter unten nahe der Bushaltestelle Kohlplatz abgestellt, von wo man einen Blick auf eine Kuppe hat, die eine hervorragende Aussicht verspricht, weil der Wald darunter abgeholzt wurde. Und dort war ich völlig allein. Ob der Aufstieg durch knöchel- bis knietiefen Sulzschnee sich gelohnt hat, da bin ich mir unschlüssig. Es gab nicht mal vernünftiges Sonnenuntergangslicht. Aber immerhin habe ich noch unberührten Schnee gefunden. Und kann doch noch Bilder zeigen.

2 € pro Stunde. Unglaublich.

Am Hochkopf (Feldberggebiet)

Am Hochkopf (Feldberggebiet)


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12.12.2020

Was ist eigentlich ein Filter?

Als Fotograf kennt man so einige Fragen, die man von Leuten mit nicht so viel Erfahrung gerne gestellt bekommt. Die häufigste lautet: "Ist das Bild bearbeitet?" Darauf habe ich mittlerweile eine Standardantwort: "Selbstverständlich, und zwar selbst bearbeitet, denn wenn ich die Kameraautomatik das Bild bearbeiten lasse, sieht es unrealistisch aus." Dazu ein Link zum entsprechenden Artikel, und das Thema sollte geklärt sein.

Bei der Antwort auf die Frage "Wurde da ein Filter verwendet?" tue ich mich allerdings deutlich schwerer. Denn was versteht man überhaupt unter einem Filter? Nachdem ich mir über diese Frage Gedanken gemacht habe, müsste die Antwort auf die Frage, ob ich einen Filter verwendet habe, in den meisten Fällen lauten: (mehr ...)


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