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19.01.2021

Die Alpen gibt's ja auch noch

Dass mein Foto vom verschneiten Freiburg in der Dämmerung ein "once-in-a-lifetime shot" werden könnte, hatte ich schon gut eine halbe Stunde vorher geahnt. Aber was das Bild tatsächlich bewirken würde, hätte ich mir nie träumen lassen ‐ erst recht nicht, nachdem ich es bei Facebook gezeigt hatte und es dort nur durchschnittlich erfolgreich war. Dann habe ich es bei Twitter eingestellt. Ergebnis: Einer der beliebtesten Tweets des Tages im gesamten deutschsprachigen Raum, über 13.000 Likes und ein Anstieg der Followerzahl von unter 100 auf über 500 in zwei Tagen. Ich bin immer noch überwältigt. Dass man Instagram braucht, um Reichweite zu bekommen, ist hiermit widerlegt.

Natürlich fühlt sich so ein Erfolg großartig an. Aber er hat auch eine ernüchternde Seite: Was soll jetzt noch kommen? Alle Bilder, die ich von nun an mache, werden im Vergleich dazu schäbig wirken. Aber keine Bilder mehr machen ist auch keine Lösung. Also am besten einfach so weitermachen wie vorher. Und vielleicht ergibt sich irgendwann die nächste so spezielle Gelegenheit wie letzten Freitag in Freiburg.

"So weitermachen wie bisher" heißt manchmal eben auch: Wecker stellen, aus dem Fenster schauen, nicht so recht wissen, ob es sich lohnt, also den PC starten, Webcams und Satellitenbilder schauen, nicht so recht wissen, wohin man jetzt fahren soll, am Ende viel zu spät dran sein, aber irgendwie doch noch das eine oder andere Bild mit nach Hause nehmen.

Diesmal wieder eins mit Alpenblick. Hatte ich jetzt auch schon eine Weile nicht mehr. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, aber trotzdem immer wieder schön.

Alpenblick bei Kappel


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16.01.2021

Schnee zwischen Nordsee und Schwarzem Meer

Nachdem mich gestern die Schneehöhe im Tiefland begeistert hat, habe ich heute den Tiefschnee in den Hochlagen genossen. Auf irgendeinem Berggipfel hätte es sicher spektakulärer ausgesehen, aber es müssen nicht jeden Tag spektakuläre Motive sein. Eine Schwarzwälder Durchschnittslandschaft mit reichlich Schnee ist schön genug.

Mein heutiger Fotospot war eine unscheinbare Passhöhe, die nördlich von Furtwangen zwei Täler voneinander trennt. Allerdings ist dieser Ort nur oberflächlich betrachtet unscheinbar. Tatsächlich liegt er auf der Europäischen Hauptwasserscheide. Wenn der Schnee hier schmilzt, landet das Wasser auf der einen Seite über Furtwänglebach, Breg und Donau im Schwarzen Meer, auf der anderen über Elz und Rhein in der Nordsee.

Hier ein paar Ansichten der Donauseite ...

Beim Furtwänglehof

Briglirain

Beim Furtwänglehof

Furtwänglebach-Tal

Furtwänglehof

... und noch eine Aufnahme der Rheinseite.

Oberes Elztal

Nebenbei bemerkt: So schön der Tiefschnee auch anzusehen ist, hat er doch seine Nachteile. Zu Fuß abseits geräumter Wege vorwärtszukommen kann man mittlerweile vergessen. Und irgendwo am Straßenrand anhalten ist auch nicht mehr drin. Das ist unpraktisch, gerade in dem Tal, durch das der Furtwänglebach fließt. Es sieht von der Straße aus sehr hübsch aus, aber anzuhalten und einen guten Fotostandort abseits der Straße zu finden ist beides so gut wie unmöglich.

Was ich allerdings in letzter Zeit mehrfach getan habe: An einer übersichtlichen Stelle auf einer wenig befahrenen Straße kurz halten und zum Autofenster hinaus ein Bild machen. Kann bei solchen Schneeverhältnissen manchmal durchaus funktionieren.

Piuskapelle


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15.01.2021

Freiburger Winter in Perfektion

Heute Morgen habe ich es noch geschafft, angesichts des außergewöhnlichen Winterwetters ganz nüchtern zu bleiben. Aber nach den Stimmungen am Abend kann ich meine Begeisterung nicht mehr zurückhalten. Was für ein geiler Winter ist das bitte?

Vor der Haustür in Hinterzarten liegen gut 70cm Schnee. Das ist ungewöhnlich viel. Aber tief verschneite Hochschwarzwaldlandschaften kann man öfter fotografieren. Richtig außergewöhnlich waren dagegen die 19cm Schneehöhe, die Freiburg heute gemeldet hat. Die letzte zweistellige Schneehöhe gab es dort im Februar 2013. Um den Wert von heute zu übertreffen, muss man sogar bis ins Jahr 2006 zurückgehen. Deshalb fasste ich den Entschluss, abends noch einmal nach Freiburg zu fahren und dieses Ereignis zu dokumentieren. Auf der Fahrt war ich mir unsicher, ob das die richtige Entscheidung war. Aber doch, sie war richtig. So was von richtig. Eine der richtigsten Entscheidungen in meinem Fotografenleben.

Der Sonnenuntergang über der verschneiten Stadt hatte bereits etwas für sich. Es wäre schon ein gelungener Fotoausflug gewesen, wenn nur diese Bilder dabei entstanden wären ...

Winterlicher Sonnenuntergang über Freiburg

Winterlicher Sonnenuntergang über Freiburg

... aber der Auslöser für meine Begeisterung war das, was danach passiert ist. Wie sich der Nebel hinter der Stadt in der Dämmerung perfekt ins Bild gefügt hat ‐ das wäre schon unter normalen Umständen ein Glücksfall gewesen. Wenn dann noch eine Schneemenge dazukommt, die nur etwa alle zehn Jahre auftritt (künftig wegen Klimawandel womöglich noch seltener), und es tagsüber kalt genug war, dass der Sonnenschein dem Schnee auf den Bäumen und Dächern nichts anhaben konnte ‐ dann ergibt das ein Foto, wie man es vielleicht nur einmal im Leben machen kann. Bisher ganz klar mein Lieblingsbild 2021, und es dürfte gute Chancen haben, diesen Status bis zum Jahresende zu behalten.

Verschneites Freiburg in der Abenddämmerung


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15.01.2021

Tieflandschnee

Ich möchte in diesem Beitrag Abstand davon nehmen, positive Emotionen in Bezug auf das Wetter zu äußern, um niemanden zu provozieren. Deshalb an dieser Stelle nur trockene Fakten:

In Hinterzarten und Umgebung sind in 24 Stunden grob geschätzt 40cm Neuschnee gefallen. Diese Schneemenge hat den Bahnverkehr im Höllental lahmgelegt. Deshalb bin ich kurzfristig als Schienenersatzverkehr eingesprungen und nach Freiburg gefahren. Auch dort hat sich eine geschlossene Schneedecke gebildet. So sieht sie aus.

Bahnwärterhaus bei Freiburg-Littenweiler im Schnee


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13.01.2021

Tiefschnee in der Mittagssonne

Wenn der Sonnenaufgang nicht zu sehen ist, dann geht man eben in der Mittagspause nach draußen, um den schönen Tiefschnee zu dokumentieren. Das ist mittlerweile eine Schneehöhe, die zum Fotografieren ein wenig unpraktisch ist, weil man zu Fuß abseits geräumter Wege praktisch nicht mehr durchkommt. Aber dafür hat sie eine besondere Ästhetik, so eine dicke Schneedecke, die von den Unebenheiten des Untergrunds kaum noch etwas übrig lässt. Wunderschön anzusehen und auch in diesen Höhenlagen leider selten geworden.

Das Mittagslicht ist zwar nicht ideal für Landschaftsbilder ...

Urbershütte

... aber im Wald funktioniert es zu dieser Jahreszeit doch erstaunlich gut.

Winterwald


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08.01.2021

Im hohen Norden

Heute gab es im Hochschwarzwald die ersten Sonnenstrahlen des Jahres 2021 (abgesehen von den Gipfellagen). Dadurch, dass der Schnee bis dahin ganz unberührt vom Sonnenlicht geblieben war, war er in einem hervorragenden Zustand und damit sehr fotogen.

In letzter Zeit habe ich mir vorgenommen, mein Fotorevier ein bisschen nach Norden bzw. Nordosten zu erweitern. Früher hatte ich es meist vermieden, die Landkreisgrenze zwischen Breisgau-Hochschwarzwald und Schwarzwald-Baar zu überqueren. Das hing auch damit zusammen, dass ich damals potentielle Abnehmer für Bilder aus der Tourismusregion Hochschwarzwald (d. h. diesseits der Landkreisgrenze) hatte, aber nicht darüber hinaus. Dadurch ist die Umgebung von Furtwangen für mich fotografisch noch weitgehend unerschlossen. Dabei hat sie sehr viel Potential. Und gehört zufällig seit neuestem touristisch ebenfalls zum Hochschwarzwald.

Heute hatte ich eigentlich den Brend als Fotoziel gewählt, kam aber nicht an. Das Licht war so schön, der Schnee auch, und so viele Fotomotive. Bis kurz vor Neukirch habe ich es geschafft und auf dem Hin- und Rückweg eine ganze Sammlung von Motiven in der Nähe der B500 eingefangen, womit die Erweiterung meiner Foto-Landkarte Richtung Norden gute Fortschritte gemacht hat.

Heubacher Höhe

Winterlandschaft bei Neukirch

Winterlandschaft bei Neukirch

Winterlandschaft bei Neukirch

Winterlandschaft bei Neukirch

Blick zum Kandel

Abendsonne über dem Winterwald

Abendsonne über dem Winterwald

Fernhof

Aussicht Lachenhäusle

Winterwald Schwabenstutz

Ruheckle

Ruheckle


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06.01.2021

Die Diskrepanz zwischen Erlebnis und Bildwirkung

Schon mehrfach habe ich mich in diesem Blog darüber ausgelassen, dass Fotos nicht die Realität zeigen. Dazu sind sie einfach nicht in der Lage. Fotos können nicht zeigen, was rechts und links, oben und unten außerhalb des Bildes stattgefunden hat. Sie zeigen keine Gerüche, keine Geräusche, keine Temperaturen (selbst auf einem Schneebild: ob es -2 oder -20 Grad hatte, sieht man meistens nicht). Fotos blenden einen so großen Teil der Realität aus, dass fast nichts mehr davon übrig bleibt.

Aber auf der anderen Seite sind sie auch gnadenlos realistisch, indem sie die Gefühle des Fotografen ebenfalls ausblenden. Das bedeutet: Ein besonderes Erlebnis ergibt oft kein besonderes Foto ‐ außer für dich selbst, weil du die Erinnerung damit verknüpfst. Aber niemand sonst, der das Bild sieht, hat diese Erinnerung. Andere Leute sehen nur die bunten Pixel und haben keine Ahnung, was zwei Meter weiter hinten oder fünf Minuten zuvor passiert ist. Gleichzeitig kann ein Bild, mit dem man als Fotograf keine besonders schöne Erinnerung verbindet, auf andere Betrachter viel positiver wirken als auf den Fotografen selbst.

Diesen Widerspruch zwischen Erlebnis und Bildwirkung möchte ich an einem Beispiel erläutern, das ich kürzlich selbst erlebt habe. (mehr ...)


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04.01.2021

Lichtblicke, über und unter der Nebeldecke

Die Schneedecke und der Dauerfrost sollen den Prognosen nach noch eine Weile bleiben. Das Hochnebel-Dauergrau leider auch. Da war es unvermeidlich, an diesem einen Tag, als die Nebelobergrenze ausnahmsweise tiefer lag als der Feldberg, noch einen zweiten Ausflug in die Sonne zu machen. Den Feldberggipfel wollte ich allerdings erneut so gut wie möglich meiden, um nicht mit Menschenmassen konfrontiert zu werden. Daher wählte ich den Weg von Rinken (mittlerweile Standard für mich wegen der Parkgebühren-Abzocke am Feldbergpass) über die Zastler Hütte in der Hoffnung, dass im Zastler Loch auch schon ein bisschen Sonnenlicht durch Hochnebellücken zu sehen sein könnte. Am Ende landete ich dann aber doch auf dem Gipfelplateau, aber immerhin auf der ruhigen Nordseite. Der Anstieg hat sich mehr als gelohnt: Glorien, Nebelwellen, abendliche Himmelsfarben ‐ und keine Menschen. Alles, was man sich bei so einer Lage wünschen kann.

Winterlandschaft auf dem Feldberg und Glorie im Hochnebel

Sonnenuntergang auf dem Feldberg

Hochnebel über dem Zastler Loch

Hochnebel über dem Zastler Loch

Winterabend auf dem Feldberg

Anschließend ging es auf demselben Weg zurück, und in der Dämmerung habe ich doch noch eine Aufnahme aus dem Zastler Loch mitgenommen.

Blick zum Feldberg aus dem Zastler Loch

Hier, bei Einbruch der Nacht an einer wegen der Pandemie geschlossenen Hütte auf der unwirtlichen Feldberg-Nordseite, mittlerweile wieder unter der Hochnebeldecke versunken, leuchtete in völliger Einsamkeit ein Weihnachtsbaum. Eine dieser surrealen Stimmungen, wie ich sie in dieser Shutdown-Zeit (in der Fotografieren zum Glück noch erlaubt ist) schon mehrfach erlebt habe. Fotografisch ist die Aufnahme nicht besonders hochwertig, aber die Stimmung zu dokumentieren, das musste einfach sein. Damit ich nicht der einzige Mensch bleibe, für den dieser Baum ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht hat.

Weihnachtsbaum bei der Zastler Hütte


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04.01.2021

An der Sonnengrenze

Hinterzarten hat im neuen Jahr bisher genau null Sonnenstunden erlebt. Genauso wie die meisten anderen Orte in Baden-Württemberg. Das wird auch noch ein paar Tage so bleiben. Aber heute hatte man immerhin ausnahmsweise die Möglichkeit, unterhalb von 1500m die Sonne zu sehen. Ich hatte auf eine dieser Lagen spekuliert, wo der Feldberg noch im Nebel steckt, aber der Stübenwasen westlich davon in einer Lücke liegt, wegen des Föhneffekts bei Ostwind. Damit hatte ich mich ein bisschen verzockt. Der Feldberg war tatsächlich über dem Nebel, der Stübenwasen nicht ganz. Aber das war auch in Ordnung, die Sonne habe ich trotzdem kurz gesehen. Und wie viel Betrieb auf dem Feldberg schon am frühen Morgen gewesen wäre, will ich lieber nicht so genau wissen. Mit unberührtem Schnee wäre es dort jedenfalls ganz schwierig geworden.

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen

Winterlandschaft auf dem Stübenwasen


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03.01.2021

Schwarzweißwald

Zuletzt habe ich mir immer die Momente zum Fotografieren ausgesucht, wenn die Sonne morgens oder abends kurz durch eine Wolkenlücke geschaut und eine schöne Farbstimmung erzeugt hat. Damit habe ich ein sehr selektives Bild des Schwarzwaldwinters vermittelt, deshalb möchte ich heute den Normalzustand der letzten Tage zeigen: bedeckten Himmel mit tiefen, aufliegenden Wolken.

Was die Bilder außerdem zeigen, ist unberührter Schnee in einsamen Wäldern. Auch das ist tatsächlich in großen Teilen des Schwarzwaldes normal. Der Trubel beschränkt sich auf die Orte, die an den Hauptverkehrsachsen liegen oder als Touristenziele allgemein bekannt sind. Abseits davon ist nichts los.

Auf dem Rückweg geriet ich dann aber wieder zurück in die touristische Normalität dieser Tage. Kaum ein Durchkommen zur Wohnung in Hinterzarten, weil Unmengen von Ausflüglern die Straße bevölkern. Am Windgfällweiher hatte ich zuvor noch angehalten, um mich nach Fotomotiven umzuschauen. Was ich unter anderem zu sehen bekam: Drei Frauen (ein Typ war auch noch dabei, aber egal), eine komplett nackt, die anderen beiden gerade dabei, sich zu entkleiden, um sich anschließend in den See zu begeben. Sie waren sogar von der relativ fotogenen Sorte, aber ich habe trotzdem auf Aufnahmen verzichtet und mich darauf konzentriert, so teilnahmslos wie möglich daran vorbeizustapfen und dabei zu denken: Die gehören bestimmt nicht alle zu einem einzigen Haushalt ...

Wer jetzt neugierig ist, findet bestimmt mit den passenden Suchbegriffen ihre Instagram-Accounts. Ich habe es nicht ausprobiert. Hier die Bilder, für die ich eigentlich draußen war.

Winterwald

Winterwald

Winterwald


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