01.11.2020

Zastler Regenwald

Das Zastlertal habe ich erst in den letzten Wochen, also nach dem Umzug zurück nach Hinterzarten, zu entdecken begonnen. Zuvor hatte ich es weitgehend vernachlässigt. Dabei ist es eine der abgelegensten und wildesten Ecken im Südschwarzwald. Die Abgelegenheit ist wohl der Hauptgrund, warum ich früher fast nie dort war. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nur an Schultagen hin (aber abends nicht mehr zurück), mit dem Fahrrad muss man von Hinterzarten aus erst mal die 300 Höhenmeter bis Rinken überwinden, und mit dem Auto ist ein riesiger Umweg zu fahren (zum Talschluss 28 km Fahrstrecke bei 7 km Luftlinie).

Diesen Umweg habe ich in den letzten Wochen mehrmals auf mich genommen, um das Tal zu erkunden. Und nun lässt es mich nicht mehr los. Am Nordosthang gibt es schroffe Felswände, eindrucksvolle Aussichten und viele kaum bekannte, nicht als Wanderweg markierte Pfade, die einen erstaunlich alpinen Charakter aufweisen - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte man dabei haben. Und im Südosten, wo die öffentliche Straße endet und das Tal in die Nordhänge des Feldbergmassivs übergeht, bietet der Zastlerbach Wasserfälle im Überfluss - wobei es im Tal noch eine ganze Reihe von weiteren Bächen gibt, die ebenfalls Fallstufen aufweisen.

Den heutigen verregneten Sonntag habe ich genutzt, um einen kleinen Teil des momentan gut gefüllten Zastlerbaches abzulichten.

Zastlerbach

Zastlerbach

Zastlerbach

Wo ich schon dabei war, habe ich auch noch einem der erwähnten anderen Bäche mit Wasserfall einen Besuch abgestattet: dem Stollenbach.

Wasserfall am Stollenbach

Da ich danach immer noch nicht genug hatte, bin ich zum Zastlerbach zurückgekehrt und diesmal dem Wanderweg weiter nach oben gefolgt, wobei ich wieder einmal die Erfahrung machen musste, dass Regenwetter und schweißtreibende Anstiege eine eher unangenehme Kombination sind. Aber ich wollte unbedingt noch einen Aussichtspunkt mitnehmen, mit Herbstlaub und Nebelschwaden. Das Herbstlaub gab es, die Nebelschwaden haben sich leider vornehm zurückgehalten. Hier die Aussicht beim Hauseckfelsen - dieser ist in der rechten Bildhälfte zu erkennen. Theoretisch könnte man ihn besteigen und hätte einen freieren Blick, aber für so eine Aktion bei Nässe und Rutschgefahr war ich zu feige (bzw. vernünftig).

Blick über das Zastlertal beim Hauseckfelsen

So richtig wert war die Aussicht die Anstrengung des Anstiegs also nicht. Dafür habe ich auf der Rückfahrt noch einen Aussichtspunkt über dem Höllental mitgenommen, der ganz mühelos mit dem Auto zu erreichen ist. Um genau zu sein, kommt man nur mit dem Auto dorthin, die Aussicht liegt an der B31. Soweit ich mich erinnere, war der Blick vor sechs Jahren hier noch nicht so frei wie jetzt.

Höllentalblick

PS: Nochmals sorry an meine Abonnenten. Nach dem Bugfix hat mein Feedreader die letzten Artikel nochmals neu heruntergeladen. Woran das lag, habe ich noch nicht herausgefunden (hach, Debugging, wie ich es liebe), aber ich hoffe, diesmal funktioniert es wirklich so wie vorgesehen.


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