28.11.2020

Des ka mr doch et Hegau lau

Ist es vertretbar, zum Fotografieren in den Hegau zu fahren, wenn man hinterher gar nicht sieht, dass ich im Hegau war? - Wenn der Nebel kurzfristig entscheidet, pünktlich zum Sonnenaufgang etwa hundert Meter in die Höhe zu steigen, dann können die schönsten Fotopläne ziemlich schnell he gau (schwäbisch: kaputt gehen).

Gestern auf dem Randen war es schon nett, aber zwei Dinge haben mir an der Aussicht gefehlt: das Alpenpanorama und der Blick auf den Sonnenaufgang. Also entschloss ich mich zu einem weiteren Risiko-Fotoausflug, diesmal auf den Hohenhewen. Es hätte so schön sein können: Ein weites Nebelmeer, das die ganze Bodenseeregion bedeckt und aus dem die anderen Hegauvulkane wie kleine Inseln herausragen, dahinter die Alpen, und das Ganze im besten Licht des Sonnenaufgangs. Aber der Nebel hatte, wie gesagt, andere Pläne. Mehr Nebel statt Nebelmeer.

Ich versuchte das Beste daraus zu machen. Statt Nebelmeerpanorama mit Fernsicht wurden es dann halt Aufnahmen einer Burgruine knapp unter der Nebelobergrenze im Sonnenaufgangslicht (dieses kam immerhin gerade noch durch) und mit Kontrastverhältnissen an der Grenze des Bearbeitbaren.

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Hohenhewen bei Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze

Am Ende wurde der Blick dann doch allmählich wieder frei - und mein Akku leer. Dieses Risiko wäre vermeidbar gewesen. Aber ich fürchte, ich werde es nie lernen.

Der Titel des Artikels ist übrigens Schwäbisch für "Das kann man doch nicht Kaputtgehen lassen".
(Es ist einfach ein Privileg, mit der schönsten Muttersprache der Welt aufgewachsen zu sein - auch als Reigschmeckter im badischen Schwarzwald.)


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