Die Jahrhundert-Mondfinsternis

Schon faszinierend, wie sich eine Mondfinsternis zu einem Jahrhundertereignis aufbauschen lässt – wo so etwas doch alle paar Jahre vorkommt, diesmal hat die Phase der Finsternis nur länger gedauert als sonst. Aber eigentlich ist es ja positiv, dass sich solche Massen von Menschen dazu bewegen lassen, den Abend unter freiem Himmel zu verbringen anstatt vor dem Fernseher oder wo auch immer. Ich fand es trotzdem anstrengend – bin ja gewohnt, beim Fotografieren meistens allein zu sein.

Und gut vorbereitet war ich auch nicht. Der Blutmond über Ulm, gesehen von Wippingen aus – das wäre das Bild gewesen, das ich gerne gemacht hätte. Etwa so hätte es aussehen sollen (Achtung FAKE):

Mond vom 27. 7. 2018, Stadt von irgendwann früher

Aber der Mond stand zu hoch und zu weit rechts. Keine Chance, dieses Motiv tatsächlich so abzulichten.

Als der Mond dann endlich wieder aus dem Schatten hervortrat, begab ich mich doch noch zum Fotografieren in den heimischen Garten.

Bermaringen, 27. 7. 2018

Fotourlaub im Riedingtal

Seit Jahren angestrebt, jetzt endlich umgesetzt: Ein gemeinsamer Fotourlaub in den Alpen mit Felix und Stefan. Seit vielen Jahren Stammbesetzung des Chats bei natur-portrait.de und später dann alfoco.de, kreisen unsere Themen meist um das aktuelle Wetter zum einen und Foto-Traumziele (die überwiegend in den Alpen liegen) zum anderen. Aber einen gemeinsamen Urlaub zu organisieren ist nicht ganz einfach, wenn sich die Wohnorte auf Marburg, die Ulmer Alb und den Wienerwald verteilen.

Schließlich standen Ziel und Termin fest: Die Königalm im Riedingtal im Lungau im südlichen Salzburg Anfang Juli. Das vorhergesagte Wetter war wechselhaft und schwülwarm, wobei letzteres auf über 1600m Höhe gut auszuhalten war. Bei so einer Wetterlage sind allerdings aktuelle Wetterprognosen sehr wichtig für die Planung von Fotoaausflügen. Und im oberen Teil des Tales, wo die Königalm liegt, hat man bisher keinen Mobilfunkempfang und dadurch natürlich keinen Internetzugang. Weiter unten am Schlierersee ließ sich eine instabile Verbindung herstellen, gerade gut genug, um die Wettermodelle abzurufen. Was für uns bedeutete, dass wir mindestens einmal am Tag „zum Surfen an den See“ fahren mussten.

Am ersten Tag erkundeten wir das Tal oberhalb unserer Unterkunft und bekamen abends sogar noch eine ganz nette Stimmung zu sehen.

Riedingtal, 1. 7. 2018

Für den nächsten Tag war ein klarer Morgen angekündigt. Den wollten wir am See zum Fotografieren nutzen. Dort erwartete uns allerdings tiefe Bewölkung ohne Lücken, die alle Gipfel in der Umgebung verschluckt hatte. Eine recht frustrierende Angelegenheit. Aber da wir schon am See waren, wo man surfen konnte, schauten wir uns die Webcams in der Umgebung an: Oberhalb 2000m war es tatsächlich klar. Mit Nebelmeer.

Während Felix und Stefan generell gerne Wälder im Nebel fotografieren, mag ich Nebel bekanntlich vor allem von oben. So zogen wir nach der Rückfahrt zur Königalm direkt wieder los, bergauf in die Nebeldecke. Dabei ließen die beiden es verhältnismäßig gemütlich angehen, während ich mich in größter Eile den Berg hinaufquälte, um über die Inversionsschicht zu gelangen. Was mir dann tatsächlich gelungen ist. Aber so ein spontaner, hektischer Aufstieg von über 500 Höhenmetern – so etwas Anstrengendes mache ich nur im Urlaub. Chillen und Nichtstun kann man schließlich auch daheim, wo es keine Berge gibt.

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Riedingtal, 2. 7. 2018

Der folgende Tag brachte erstmals eins der angekündigten Gewitter. Kein guter Tag für große Wanderungen, aber für Bergwetterstimmungen. Auch wenn es nur zu einem Bild gereicht hat.

Riedingtal, 3. 7. 2018

Am nächsten Morgen ging es wieder an den See. Die Wolken schienen mir einiges an Morgenrot-Potential zu haben, so dass ich mir einen Standort mit entsprechender Blickrichtung suchte. Das war offensichtlich eine gute Entscheidung.

Schlierersee, 4. 7. 2018

Schlierersee, 4. 7. 2018

Als das Farbspektakel sich dem Ende näherte, nahm ich die Riedingspitze ins Visier, diesen markanten Gipfel mit dem klassischen „Wächter des Tales“-Charakter, den ich unbedingt noch besteigen wollte. Leider hatte ich für diese Bilder dann kein besonders interessantes Licht mehr.

Schlierersee, Blick zur Riedingspitze, 4. 7. 2018

Schlierersee, Blick zur Riedingspitze, 4. 7. 2018

Nachmittags zogen erneut Gewitter auf. Als sich das Wetter abends beruhigte, stieg ich in der Hoffnung auf abendliches Aufklaren auf der Nordseite des Tales bergauf. Da gibt es ein paar Felsvorsprünge, die als Aussichtspunkte sehr vielversprechend aussahen. Viel Zeit hatte ich nicht, deshalb versuchte ich es auf direktem Weg. Von unten sah das ganz gut machbar aus. Nun ja. Ich habe wohl eine Neigung dazu, scheinbar einfache Routen abseits der Wanderwege zu suchen und mich darin so lange zu verrennen, bis es richtig unangenehm wird – davon zeugt u. a. mein durchgeknallter Direktaufstieg zum Kybfelsen bei Freiburg. Während man im Schwarzwald meistens trotzdem irgendwann wieder auf einen Weg stößt, kommt man in den Alpen eher an einen Punkt, wo Umkehren nötig ist, bevor man irgendwo landet, wo es weder vor noch zurück geht. Vernünftig genug, in so einem Fall rechtzeitig umzukehren, bin ich ja immerhin. Aber meine erhofften Bilder habe ich nicht bekommen. Es reichte nur für Teleaufnahmen, die ich genauso gut von Tal aus hätte machen können …

Blick zum Modermandl, 4. 7. 2018

Das alles wäre nicht so schlimm gewesen, wäre nicht der nächste Tag der letzte unseres Urlaubs gewesen und damit die letzte Gelegenheit, die Riedingspitze zu besteigen. Das hohe, nasse Steilgras hatte meine Schuhe durchnässt. Bis nachts um halb drei – meiner Startzeit für die Gipfelbesteigung – waren die unmöglich trocken zu bekommen. Letztendlich war das aber fast egal, weil ich auf dem Weg auf den Berg ebenfalls nasses Gras zu durchqueren hatte.

Einen ausführlichen Bericht über die Besteigung der Riedingspitze mit zusätzlichen Bildern habe ich bei hikr veröffentlicht. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Bilder vom Gipfel bei Sonnenaufgang.

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Riedingspitze, 5. 7. 2018

Manche Menschen fotografieren ja gerne sich selbst auf Berggipfeln, um zu zeigen, dass sie da waren. Ich weiß auch nicht warum. Alles andere ist in so einem Moment als Fotomotiv doch interessanter als irgendein Mensch vor dem Gipfelkreuz. Trotzdem gibt es ein Bild von mir auf dem Berg, aufgenommen von Felix beim Schlierersee. Ich bin ein wenige Pixel hoher schwarzer Strich auf dem Gipfel.

Blick zur Riedingspitze (Foto von Felix), 5. 7. 2018

Wer weiß: Wenn im Herbst tatsächlich das Mobilfunknetz ausgebaut wird bis ins hintere Riedingtal, dann waren wir möglicherweise nicht zum letzten Mal dort …

Sommergrün im Lautertal

Ja, die Gewitter- und Talnebel-Wetterlage im Frühsommer war schon ein Luxus für Landschaftsfotografen. Bei trockenem Sommerwetter ist es viel schwieriger, interessante Motive und Stimmungen zu finden. Diese Stelle im Kleinen Lautertal gehört zu den Motiven, die man auch an einem ganz gewöhnlichen Sommerabend gut ablichten kann.

Und wer weiß, wie lange ich dieses Tal noch habe. Die Pläne für den Umzug zurück in die südbadische Wahlheimat werden gerade immer konkreter …

Kleines Lautertal, 25. 6. 2018

Beurener Fels nach dem Unwetter

Der letzte Tag der mehrere Wochen lang festgefahrenen Gewitterlage brachte noch einmal regional sehr heftige Unwetter. Ich habe darauf spekuliert, dass abends die Sonne noch unter den abziehenden Wolken erscheinen könnte, und bin deshalb zum Beurener Felsen aufgebrochen. Den Weg vom Wanderparkplatz zum Aussichtspunkt musste ich noch im Regen zurücklegen. Auf dem Felsen hatte der Niederschlag gerade aufgehört, aber der Aussichtspunkt lag im dichten Nebel.

Schlussendlich habe ich die Sonne nicht mehr gesehen. Aber der Nebel hat sich verzogen. Diese Sekunden, in denen der Blick auf einmal frei wird, sind immer wieder ein besonderes Erlebnis, das sich nicht angemessen fotografisch festhalten lässt. Das war einer dieser Fotoausflüge, wo das Erlebnis mehr wert ist als das Ergebnis. Bilder habe ich natürlich trotzdem noch gemacht:

Beurener Fels, 11. 6. 2018

Beurener Fels, 11. 6. 2018

Beurener Fels, Blick auf Burg Hohenneuffen, 11. 6. 2018

Beurener Fels, Blick auf Burg Hohenneuffen, 11. 6. 2018

Lonetal mit Wolken

Die immer noch anhaltende Gewitterlage hat dem Gebiet um Lonsee abends etwa 50mm Niederschlag gebracht. Dass sich nach so einem Ereignis in den betroffenen Tälern nachts Nebel bildet, ist aber leider kein Gesetz. Diesmal hat vermutlich die Bewölkung eine anständige Nebelbildung verhindert. Und richtig gutes Licht zum Sonnenaufgang gab es dadurch auch nicht. Aber dafür immerhin mal wieder farbige Wolken am Morgenhimmel.

Lonsee, 7. 6. 2018

Hausener Wand und Filstalnebel

Nach den abendlichen Regengüssen gleich die nächste Gelegenheit für Morgennebel-Aufnahmen. Am meisten Niederschlag war im Raum Geislingen gefallen. Das Filstal ist normalerweise nicht anfällig für Nebel, so dass man schon spezielle Bedingungen dafür braucht. Diesmal waren sie gegeben. Also fuhr ich nach Oberböhringen und nahm auf dem Wanderweg über der Hausener Wand sämtliche Aussichtspunkte von Hausener Fels bis Jungfraufelsen mit.

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Oberböhringen / Hausener Wand, 2. 6. 2018

Sonnenuntergang hinter Gewitter

Die schwül-konvektive Wetterlage hält sich, wie schon erwähnt, äußerst zäh. So ergeben sich immer wieder neue Gelegenheiten für Wetter-Stimmungsbilder. Diesmal wählte ich den Gleitschirmflieger-Startplatz über Neidlingen als Beobachtungsposten. Eine langsam ziehende Schauerzelle war auf dem Weg dorthin, und mein Plan waren Bilder wie kürzlich bei Nürtingen mit Sonnenuntergang am Rand des Niederschlagsgebiets. Dieses zog dann aber knapp nördlich an mir vorbei und produzierte dabei immer mehr Blitze und Donner, die allmählich lauter wurden, so dass ich schon einige Zeit vor dem eigentlichen Sonnenuntergang die Flucht ergriff.

Zu diesem Zeitpunkt war allerdings das Beste an meinem Standort sowieso vorbei. Auf der anderen Seite des Gewitters waren eindrucksvolle Regenbögen und Mammatuswolken zu beobachten, die von zahlreichen Fotografen festgehalten wurden. Angesichts der Stimmung hinter dem Gewitter hatte ich allerdings nicht das Gefühl, die falsche Seite gewählt zu haben …

Neidlingen, 1. 6. 2018

Neidlingen, 1. 6. 2018

Neidlingen, 1. 6. 2018

Neidlingen, 1. 6. 2018

Neidlingen, 1. 6. 2018

Ulmer Münster über dem Nebel

Mit der grandiosen Nebelstimmung über Blaubeuren nach dem Unwetter am Vortag ist meine Motivation zum frühen Aufstehen sprunghaft gestiegen. Auf der Ulmer Alb ist der Sommer die beste Jahreszeit für Nebelstimmungen, weil man da meistens die Gelegenheit hat, auf den Nebel hinabzuschauen, wohingegen man im Herbst und Winter oft bis mindestens 700m Höhe in der Suppe steckt, so dass alle Aussichtspunkte am Alb-Südrand zu niedrig sind. Während in diesen Jahreszeiten bei Hochdruckwetter ständig mit Nebel zu rechnen ist, braucht man aber im Sommer Tiefdruckeinfluss und kräftige Regengüsse am Abend, die zu Nebelbildung über Nacht führen. Derzeit passt die Wetterlage perfekt, und sie hält sich sehr hartnäckig. Blöd für Gartenpartys, aber perfekt für Landschaftsfotografie.

Diesmal habe ich das nebelgefüllte Blautal durchquert, um vom Hochsträß aus den Nebel an der Donau zu fotografieren.

Ulm-Ermingen, 31. 5. 2018

Auf dem Rückweg war der Blautalnebel immer noch vorhanden. Deshalb wählte ich den Weg über Wippingen in der vorsichtigen Hoffnung, ein Motiv ablichten zu können, von dem ich seit Jahren träume. Man hat am südlichen Ortsausgang von Wippingen einen weiten Blick über Ulm, und mein angestrebtes Motiv war das Münster im Nebel. Wobei der Nebel genau die richtige Höhe haben musste, so dass die Türme des Münsters zu sehen sind, der Rest der Stadt aber nicht.

An diesem Morgen war der Nebel ständig in Bewegung, und nach einer Dreiviertelstunde Warten auf die richtigen Bedingungen hatte ich schließlich tatsächlich die erhofften Aufnahmen im Kasten. Das war nebenbei eine der seltenen Situationen, in denen selbst 600 mm Kleinbild-Äquivalent-Brennweite zu wenig sind, so dass ich die Bilder noch beschneiden musste. Die Entfernung vom Aufnahmestandort zum Ulmer Münster beträgt knapp 10 km.

Wippingen, Blick auf Ulm, 31. 5. 2018

Wippingen, Blick auf Ulm, 31. 5. 2018

Gewitter (nachts)

Mit der neuen Kamera gerate ich immer wieder in Versuchung, mich fotografischen Sujets zu widmen, die ich eigentlich längst frustriert aufgegeben hatte. Gewitter gehören dazu. Hier bringen leider auch das Klappdisplay und das 60mm-Objektiv keinen Vorteil. Daher ist mir mit der neuen Kamera bisher keine Gewitteraufnahme gelungen, von der ich selbst überzeugt bin. Hier sind aber immerhin ordentliche Wolkenstrukturen und Blitze zu sehen.

Temmenhausen, 30. 5. 2018