Zinnwald-Georgenfeld

Zinnwald nach gefrierendem Nebel, Eisregen und Schneefall

Der böhmische Wind hatte Zinnwald zwei Tage lang gefrierenden Nebel beschert. Dann kam die Warmfront an, konnte aber die kalte Luft nicht ausräumen, so dass sich die mildere Lutf in der Höhe breitmachte und im Osterzgebirge am 2. 11. bei Dauerfrost recht ergiebiger Regen (mindestens 16mm) fiel. Nachts ging dieser endlich in Schnee über, aber am folgenden Morgen wurde daraus wieder Sprühregen, selbstverständlich immer noch bei Frost.

Zinnwald an diesem Morgen – die Bilder sprechen für sich:

Böhmischer Wind – Wetterkontraste im Osterzgebirge

Ein Wetterumschwung steht an. Das Mitteleuropa-Hoch wird nach Osten abgedrängt, von Westen nähert sich ein Tief: das ist die Konstellation, die den böhmischen Wind auslöst, der kräftig von Süden über das Erzgebirge bläst.
Im Winterhalbjahr bedeuten Hochdruckgebiete über Mitteleuropa oft graues Wetter mit hartnäckigem Nebel oder Hochnebel. Das Böhmische Becken ist darüf besonders anfällig. Wenn der böhmische Wind aufkommt, wird der dort liegende Hochnebel über den Erzgebirgskamm gedrückt, was auf engstem Raum zu völlig gegensätzlichen Wetterverhältnissen führen kann. Eine typische Böhmwind-Wetterlage gab es am 1. 11. 2009, dazu nun einige Bilder.

Zinnwald-Georgenfeld präsentiert sich winterlich durch Nebel und Dauerfrost.

Was aussieht wie eine geschlossene Schneedecke auf der Straße, ist von den Bäumen gefallenes Eis.

Die Natur ist inzwischen ganz auf Winter eingestellt. Dieser Baum, der noch vor zwei Wochen in sommerlichem Grün dem Wintereinbruch getrotzt hatte, hat sein Laub inzwischen abgeworfen.

Seit zwei Tagen lautet die Standardmeldung der Wetterstation „Nebel mit Raueis“ bei etwa -4°C, was deutliche Spuren hinterlässt.

2,5km entfernt auf dem Kahleberg ist ein faszinierendes Wechselspiel aus Nebel und Sonne zu beobachten. Die Lichtverhältnisse ändern sich im Sekundentakt. So hübsches Fotolicht zur Mittagszeit könnte man öfter gebrauchen …

Die Nebelschwaden gelangen bis zum Galgenteich, dem oberen der beiden Altenberger Trinkwasserspeicher.

Am gegenüberliegenden Ufer: so ein Wellengang ist an einem so kleinen See nicht gerade alltäglich.

Trotzdem konnte sich an windgeschützten Stellen Eis bilden.

Am unteren Speichersee, ebenfalls mit Eis:

Bei klarem Wetter blickt man hier zum Kahleberg …

In Altenberg ist das Wetter zweigeteilt, die Grenze zwischen Nebel und Sonnenschein verläuft mitten durch die Stadt.

Am nordwestlichen Ortsrand von Altenberg kommt der Nebel nicht an. Man kann dabei zuschauen, wie er über den Geisingberg fließt, und das abgesehen vom Wind bei herrlichem Spätherbstwetter.

Zum Abschluss noch eine windige Abendstimmung mit im Hintergrund vorbeifließendem böhmischem Nebel.

Am darauffolgenden Morgen ist es vorbei mit den schönen Stimmungen. Die Warmfront ist angekommen und bringt Eisregen – damit wird es auch dort, wo es gestern noch schön sonnig war, richtig ungemütlich …

Wintereinbruch im Osterzgebirge

Der Oktober 2009 ist ein Monat der Extreme. Nachdem in der ersten Woche im Südwesten Deutschlands noch Rekordtemperaturen bis zu 31°C gemessen wurden, stellt sich die Wetterlage nur wenige Tage später außerordentlich wirkungsvoll um. Zwischen einem Tief über der Ostsee und einem Hoch über dem Atlantik strömt arktische Luft ungehindert nach Mitteleuropa. Nun kann die Westhälfte Deutschlands Kälterekorde registrieren: sie liegt im Einflussbereich des Hochs, was für frostige Nächte sorgt. Weiter östlich ist das Tief wetterwirksam und tobt sich nirgends sonst in Deutschland so gründlich aus wie im Osterzgebirge.

Am Montag, 12. 10., mischen sich nachmittags in Altenberg (750m ü.M.) die ersten Flocken in den Regen. Am darauffolgenden Morgen präsentieren sich die höchsten Lagen des Osterzgebirges oberhalb etwa 850m immerhin schon angezuckert.

Am 14. 10. liegt auch in Altenberg Schnee.

Nachmittags setzt erneut Schneefall ein, bis zum Abend hat sich die Schneelage noch etwas verbessert …

… und dieser Schneefall ist sehr ausdauernd und ergiebig. Die Schneedecke wächst immer weiter an. Am 15. 10. zeigt sich das Osterzgebirge wie im tiefsten Winter. Zinnwald meldet am Mittag 24cm Schnee – 7cm mehr als auf dem Fichtelberg.

Am Freitagmorgen, 16. 10., liegen in Zinnwald 42cm Schnee, mehr als auf allen deutschen Mittelgebirgsgipfeln. Der Schneefall klingt vorübergehend ab und hinterlässt eine Winterlandschaft, wie man sie sich zu Weihnachten wünscht, aber niemals im Oktober erwarten würde – seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Zinnwald ist eine solche Schneehöhe Mitte Oktober noch nie vorgekommen.

Die Schneeverhältnisse sind auch in tieferen Lagen beachtlich. So liegen an diesem Morgen in Rosenthal-Bielatal (460m) 23cm Schnee, in Dippoldiswalde-Reinberg (350m) sind es 12cm.
Welche Rolle der Staueffekt bei dieser Wetterlage gespielt hat, erkennt man daran, dass das Böhmische Mittelgebirge kaum Schnee abbekommen hat. So hat die Station Milešovka (837m), nur etwa 20km südlich vom Erzgebirgskamm gelegen, am Freitagmorgen gerade einmal 4cm Schnee zu melden.

Eine Warmfront beendet dann allerdings den Frühwinter im Tiefland. Tauwetter setzt zunächst in den tieferen Lagen ein …

… und setzt sich im Lauf des Tages bis in die Kammlagen durch. Dort fällt zwar erneut Schnee, aber die Temperatur steigt über den Gefrierpunkt. So sackt die Schneedecke in Zinnwald von zwischenzeitlich 43cm bis zum Morgen des 17. 10. auf 33cm zusammen.

Die Schneefallgrenze liegt nun zwar wieder etwas tiefer, aber der Höhepunkt des Herbstwinters ist vorüber. Am 17. 10. steckt das Osterzgebirge oft in den Wolken, und es schneit immer wieder, wobei die Temperaturen in den Kammlagen um den Gefrierpunkt liegen. Für viel Neuschnee reicht es allerdings nicht mehr.
Impressionen von einer Winterwanderung:

Am folgenden Sonntag, 18. 10., verhält sich das Wetter ähnlich. Die Schneedecke in Zinnwald ist wieder immerhin 37cm hoch, mittlerweile haben aber Fichtelberg und Brocken mehr zu bieten.

Eindrücke vom Sonntagabend nach einem der letzten Schneeschauer auf dem Kahleberg, wo es durch die Höhe von 905m und die nordexponierte Lage insgesamt besonders viel geschneit hat:

Am Morgen des 19. 10. sind noch ab einer Höhe von etwa 400m Schneereste zu finden, oberhalb 500m ist die Landschaft schneebedeckt. Tagsüber beginnt sich die weiße Pracht im Sonnenlicht zu verflüchtigen – Tauwetter von der angenehmen Sorte.

So kommen nach einer Woche Winter mitten im Herbst Frühlingsgefühle auf. Das Schöne daran: auf diesen gefühlten Frühling wird kein Sommer, sondern der eigentliche Winter folgen …

Gewitter-Highlight 2009

Es gehört schon ein wenig Glück dazu, ohne Chasingausrüstung (Auto …) so eine Stimmung vor die Linse zu bekommen. Das sehr blitzintensive Gewitter selbst erlebte ich dann im Wartehäuschen einer Bushaltestelle in Zinnwald, von wo aus der Blick auf die Blitze leider zu verbaut war für brauchbare Bilder. Ein außergewöhnliches Erlebnis war es aber auf jeden Fall.

Außergewöhnliche Himmelsfarben

… gab es an diesem Abend bei Zinnwald zu bestaunen. Auf der Rückseite einer Gewitterfront leuchteten die Mammatuswolken in allen Himmelsrichtungen so intensiv, wie ich es bis dahin noch nicht erlebt hatte.

Sommermorgen über dem Nebel

Nicht nur das Böhmische Becken, auch das sächsische Tiefland lag an diesem Sommermorgen vollständig unter einer Nebeldecke.

Vor Sonnenaufgang bei Cínovec:

Kohlhaukuppe und nähere Umgebung

146cm Schnee

25.02.2009
Kategorie: Allgemein; Tags: , , ,

… hatte die Zinnwalder Wetterstation an diesem Tag gemeldet. Drei Tage später lag die Schneehöhe bei 154 cm, was einen neuen Rekord für den Monat Februar bedeutete. Allerdings reichte es in diesem Monat auch nur für 20 Stunden Sonnenschein. Da nützt auch noch so viel Schnee wenig, wenn man nie die Gelegenheit bekommt, ihn schön im Sonnenlicht zu fotografieren …

Schneesturm

11.02.2009
Kategorie: Allgemein; Tags: , , , ,

So muss Winter aussehen. Auch wenn es verständlich ist, dass manche Autofahrer damit nicht ganz einverstanden sind …

Winterliche Tagesrandstimmungen

Blick vom Kahleberg auf Frauenstein, 6. 2. abends

Sonnenaufgang, Kahleberg, 7. 2.

Sonnnenuntergang und Mondaufgang, Zinnwald, 9. 2.

Der Januar 2009

… brachte in der neuen Umgebung nicht allzu viele brauchbare Aufnahmen. Die Bilder des Monats:

Erste Erzgebirgs-Aufnahmen vom neuen Wohnort Altenberg aus: