Reise-Nachtrag: Isergebirge, September 2017

Nach dem Familienurlaub in Dänemark 2014 kam die Familie dieses Jahr wieder zu einer gemeinsamen Urlaubsreise zusammen. Diesmal mit dem Ziel Nordböhmen – was ganz nach meinem Geschmack war. In meiner Zeit im Erzgebirge hatte ich eine lange Liste von Motiven in dieser Region zusammengestellt und war nie dazu gekommen, wenigstens eins davon abzulichten. Bedřichov im Isergebirge erschien als guter Ausgangspunkt, um daran endlich etwas zu ändern.

Dazu sollte es allerdings nicht kommen: Nachdem mein größter geplanter Fotoausflug recht frustrierend endete, beschloss ich, es entspannter anzugehen, einfach den Urlaub zu genießen und keine großen Ansprüche mehr an meine Fotos zu stellen.

Diese Bilder vom Ještěd bei Liberec waren schon vorher entstanden. Dieser Berg bringt es nur auf 1012m Höhe, ist durch seine Alleinlage aber einer der prominentesten Gipfel in Tschechien mit entsprechender Aussicht. Man kann sogar mit dem Auto bis ganz oben fahren, aber dort gibt es nur wenige Stellplätze, und diese haben ihren Preis: 200 Kronen, das sind etwa 8 Euro, selbst wenn man nur ein paar Minuten dort parken will. Angebot und Nachfrage … Man könnte auch das Auto ein paar hundert Meter tiefer abstellen, zum Gipfel wandern und danach für das gesparte Geld richtig gut essen gehen. Wir entschieden uns für eine Zwischenlösung: einen Parkplatz etwa 100 Höhenmeter unter dem Gipfel zum halben Preis.

Ještěd, 3. 9. 2017

Ještěd, 3. 9. 2017

Die Basaltformation Panská skála bei Kamenický Šenov stand damals auf meiner Liste ziemlich weit oben. Jetzt habe ich endlich Aufnahmen davon gemacht, wenn auch nur im Mittags-Gegenlicht. (Nebenbei bemerkt: In Tschechien zahlt man für fast alles weniger als in Deutschland, aber fürs Parken wird man gerne abkassiert …)

Panská skála, 4. 9. 2017

Der folgende Morgen war die erwähnte frustrierende Erfahrung. Ganz früh aufgestanden, um ins Riesengebirge zu fahren. Mein Ziel war der Pančavský vodopád gewesen, ein Wasserfall nahe der Elbquelle an einem nach Osten exponierten Steilhang, perfekt für Bilder bei Sonnenaufgang. Gesperrte Straßen und Umleitungsstrecken, auf denen man nur sehr langsam vorankam, nahmen aber so viel Zeit in Anspruch, dass es unmöglich wurde, mein Ziel rechtzeitig zu erreichen. Also versuchte ich spontan ein anderes Motiv auf meiner Liste anzufahren und landete auf dem (ebenfalls rund um die Uhr kostenpflichtigen) Parkplatz bei Jizerka. Die weiterführende Straße in das Bergdorf ist nur für Anlieger freigegeben. Angesichts unerwartet niedriger Temperaturen (etwa 3°C) schien es mir keine gute Idee, ohne Handschuhe mit dem Rad loszuziehen. Also weiter zum nächsten möglichen Ziel, der Talsperre Josefův Důl: Die war, wie befürchtet, nur sehr eingeschränkt für Fußgänger zugänglich, weil sie genauso strikten Trinkwasserschutz-Auflagen unterliegt wie die Talsperre Fláje im Osterzgebirge. Also noch einmal weiter bis zum Parkplatz Smědava, Ausganspunkt für Ausflüge zu einigen der schönsten Aussichtspunkte im Isergebirge (und selbstverständlich kostenpflichtig). Ich hätte gerne die Felsformation Frýdlantské cimbuří erreicht, landete dann mit dem Rad auf unbefahrbaren Wegen durch ein Hochmoor, fand den Weg zu den Felsen nicht (obwohl ich, wie später festgestellt, schon fast da gewesen war), aber es hätte sich auch nicht wirklich gelohnt bei dem dunstigen Wetter. Schließlich nahm ich einen anderen (befahrbaren) Weg zurück zum Parkplatz und legte einen Zwischenhalt ein an einem weiteren Hochmoor. Dieses trägt den Namen Na Čihadle, was für mich etwa so klang wie ein heiliger Kleinkrieg schwäbischer Islamisten, sich aber als einigermaßen fotogen erwies. Eine knappe Stunde nach Sonnenaufgang erschien die Sonne dann endlich auch über der Wolkenwand im Osten (bei ansonsten wolkenlosen Himmel – dieser Morgen war ein Musterbeispiel für Murphy’s Law).

So sah also der Ersatz für den Wasserfall im Riesengebirge aus:

Hochmoor Na Čihadle, 5. 9. 2017

Danach gab ich, wie gesagt, alle Foto-Ambitionen auf und ging den Urlaub entspannter an. Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Prag an, an dessen Ende ich doch noch einmal die Kamera zücken musste. Wer hätte gedacht, dass man am Rand eines Industriegebietes in einem Vorort von Prag solche Aufnahmen machen kann …

Prag, 6. 9. 2017

Zwei Tage später – am letzten vollständigen Urlaubstag – dann ein Ausflug ins böhmische Elbstandsteingebirge zum Wandern in der Felsenlandschaft von Jetřichovice. Dort liegen einige Aussichtspunkte, die ich ebenfalls damals auf meine Liste gesetzt hatte. Das Licht war äußerst ungünstig, aber eine dokumentarische Aufnahme von der Aussicht Mariina skála möchte ich trotzdem zeigen:

Mariina skála / Jetřichovice, 8. 9. 2017


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