Wie im Winter

Abends war ein bisschen Neuschnee gefallen. Die Landschaft war nur hauchdünn, aber vollständig mit einer weißen Decke überzogen, auch die Bäume sahen wieder winterlich aus, und das sogar ganz unten im Tal. (Ja, in diesem „Winter“ ist ein bisschen Neuschnee auf knapp 900m Höhe schon ein außergewöhnliches Ereignis. Lieber Winter 13/14, das war eine mehr als armselige Vorstellung, du solltest dich in Grund und Boden schämen und dich nie wieder hier blicken lassen.)

Jedenfalls sah es dann auch am nächsten Morgen noch für wenige Stunden so aus, als hätte es im Februar 2014 so etwas wie Winterwetter unterhalb 1000m gegeben. Eigentlich wollte ich beim morgendlichen Fotografieren auf Nummer sicher gehen und bis Rinken hinauffahren, wo die Schneeverhältnisse noch etwas besser waren. Doch als sich schon ab Windeck der Nebel lichtete, stellte ich das Auto nur 2 km von zuhause entfernt ab und stieg auf den Hügel, auf dem ich im September 2008 einige meiner bis-heute-immer-noch-Lieblingsbilder aufgenommen hatte, später aber feststellen musste, dass ich dafür unerlaubt einen privaten Weg benutzt hatte. Diesmal wähnte ich mich moralisch auf der sicheren Seite: Es lag Schnee, aber nicht genug für Skibetrieb, also sollte eigentlich niemand etwas dagegen haben, wenn ich am Skilift entlang auf verharschtem Schnee den Hügel bestieg. Mir begegnete tatsächlich kein Mensch, der sich daran störte – aber kurz nach Sonnenaufgang bemerkte ein Hund aus ein paar hundert Metern Entfernung meine Anwesenheit, begann laut zu bellen, kam langsam näher und verfolgte mich so lange mit einigem Abstand und lautem Gebell, bis ich mich wieder auf öffentlichem Grund befand.

Das Ergebnis: Ich hatte immerhin ein paar winterliche Bilder im Kasten und der Hund sein Revier verteidigt. Somit waren alle zufrieden.

Hinterzarten, 23. 2. 2014

Hinterzarten, 23. 2. 2014

Hinterzarten, 23. 2. 2014

Hinterzarten, 23. 2. 2014

Hinterzarten, 23. 2. 2014

Hinterzarten, 23. 2. 2014


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