Nebelfrust

Am Vortag hatte die Rückseite einer Kaltfront oberhalb 1000-1100m noch einmal etwas Neuschnee hinterlassen. Also machte ich mich auf, um auf dem Kandel frisch verschneite Landschaften vor einem spektakulären Sonnenuntergang zu fotografieren – und kam ohne ein einziges Foto zurück, da ich nur Nebel (durch aufliegende Wolken) und aufgeweichten Altschnee vorgefunden hatte.

Aber am Morgen darauf musste es einfach klappen. Die Kaltfront hatte im mittleren Schwarzwald wohl kläglich versagt, aber im Feldberggebiet waren die Schneeverhältnisse definitiv gut, und ein Zwischenhoch würde den ganzen Tag Sonnenschein bringen. Die Schnepfhalde, knapp 1300m hoch, war mein Ziel für diesen Fotomorgen. So fuhr ich bei wolkenlosem Himmel los. Bei Altglashütten waren dann aber Wolkenfetzen über den Hügeln zu sehen. – Egal, sicher Reste der Kaltfront, die würden sich bestimmt noch verziehen.

Tatsächlich hatte ich beim Aufstieg vom Äulemer Kreuz aus wieder blauen Himmel über mir. Doch mit der Ankunft auf dem Berg war es damit vorbei. Etwa eine Stunde wartete ich auf freie Sicht, um dann doch wieder zu kapitulieren. Ein schwacher Trost war hinterher die Erkenntnis, dass nicht nur die Schnepfhalde von Wolkenresten umhüllt war, sondern dass es eine fiese Hochnebeldecke war, die von Südosten in den Schwarzwald drückte und im Lauf des Morgens bis Hinterzarten vorankam. Sonnenschein hätte es nur Richtung Rheinebene oder auf dem Feldberg gegeben. Einerseits ärgerte ich mich, nicht dort gewesen zu sein, andereseits habe ich das Thema „Feldberg über den Wolken“ eigentlich längst ausgeschöpft, während das Thema „ein gutes Bild von der Schnepfhalde“ weiter auf seine Umsetzung wartet. Vielleicht sollte ich es mal im Sommer versuchen …

Schnepfhalde, 30. 12. 2013


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